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Fußballer wandern für eine Saison aus

Im Sommer werden am Sportplatz in Marbach mehrere Baustellen eröffnet. Drei Probleme stehen vor der Lösung.

© André Braun

Von Heike Heisig

Striegistal/ Marbach. Die alte Deponie in ihrem Ort bereitet den Marbachern seit Jahren Kopfzerbrechen. Schon mehrfach ist der desolate Zustand in Gemeinderatssitzungen Thema gewesen. Knackpunkt ist die durch die Deponie hindurch führende Bachverrohrung. Die Gemeinderäte hatten Angst, dass die alten Betonrohre reißen oder brechen und dadurch wiederum Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Zu DDR-Zeiten wurde auf dieser Deponie Haus- und Sperrmüll entsorgt.

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Die Verrohrung zu erneuern, kostet ordentlich Geld. Unterstützung in Höhe von 650 000 Euro hatte die Landesdirektion Chemnitz schon vor reichlich anderthalb Jahren in Aussicht gestellt. Damit trägt der Freistaat 80 Prozent der Kosten. Das Geld kommt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). Nun soll es tatsächlich eingesetzt werden. Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik des Kreistages haben den Landrat am Mittwoch bevollmächtigt, den Zuschlag für dieses Bauprojekt zu erteilen, wenn dies aus terminlichen Gründen nicht in einer regulären Sitzung dieses Gremiums möglich ist. Die Gemeinde Striegistal übernimmt die Ausschreibung. Kreissprecher André Kaiser verweist auf ein gemeinsames Projekt. Denn die Kommune hat vor, parallel zur Erneuerung der Bachverrohrung im Deponiekörper in Verantwortung des Landkreises gleich nebenan Hochwasserschäden zu beseitigen.

Das betrifft zum einen den Bach, der im Bereich des Sportplatzes ebenfalls verrohrt ist. Nun sei vorgesehen, das Gewässer wieder offenzulegen, so Kaiser. Darüber hinaus muss sich die Kommune dem Sportplatz selbst zuwenden. Der ist seit dem Hochwasser 2013 nur noch unter erschwerten Bedingungen nutzbar. Heidrun Zill, langjährige Chefin des örtlichen SV Marbach 1892, berichtet davon, dass beispielsweise die Drainage kaputt ist. Das heißt, nach längerem Regen oder wenn viel Wasser aus den umliegenden Flächen ins Tal fließt, der Platz kaum bespielbar ist. Sie freut sich für die Kicker und alle Sportbegeisterten, dass die Misere jetzt endlich behoben wird.

Das heißt aber auch, dass der Platz die nächsten Monate weder für den Trainings- noch für den Spielbetrieb genutzt werden kann. „Wir sind dabei, uns nach einem Ausweichplatz umzuschauen“, so Heidrun Zill. Der befindet sich in jedem Fall in einem Nachbarort. Aber das sei aus ihrer Sicht kein Problem. Schon jetzt würden die meisten Fußballer nicht zu Fuß zum Sportplatz kommen, sondern selbst fahren oder von den Eltern gefahren werden. Insgesamt laufen für den SV Marbach Kinder und Jugendliche in vier Mannschaften und darüber hinaus Männer in zwei Mannschaften auf.

Die Arbeiten von Kreis und Kommune sollen im Sommer starten und bis zum Frühjahr 2019 beendet sein. Im Winter lässt der Bau die Kicker kalt. Dann trainieren sie ohnehin in der Sporthalle.