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Fußballverein hat ein Platzproblem

In die drei Spielstätten in Bischofswerda floss in den vergangenen Jahren viel Geld. Doch zwei können nur mit Einschränkungen genutzt werden.

© Steffen Unger

Von Nicole Preuß

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Bischofswerda. Die Partie gegen Dynamo Dresden vor etwas mehr als einer Woche im Wesenitzsportpark war ein Glücksfall für den Bischofswerdaer Fußballverein 08. Nicht nur, dass die Bischofswerdaer die Dresdner aus der 2. Bundesliga mit einem Unentschieden nach Hause schickten. Sondern auch, dass das Stadion überhaupt bespielt werden konnte. „Der Boden war gefroren. Das war unser Glück. Wir konnten aber erst am Morgen des Spieltags bestimmen, ob wirklich gespielt werden kann“, sagt der Vizepräsident des BFV 08, Andreas Bascha. Sonst hätte das Testspiel trotz vieler Zuschauer abgesagt werden müssen.

Die Fußballer des Vereins können den neuen Rasenplatz im Wesenitzsportpark nämlich nur von Juni bis August nutzen und dann auch nur, wenn der Platz trocken ist. Das verwundert. Hatte doch die Stadt den Wesenitzsportpark erst vor etwas mehr als drei Jahren für 1,5 Millionen Euro sanieren lassen. Der Rasenplatz stand damals auch auf der Aufgabenliste. Doch offenbar sind Mängel aufgetreten. Der Bauherr, die Stadt, hält sich dazu bedeckt, bestätigt aber, dass es ein rechtliches Verfahren dazu gebe. So lange das laufe, könne man nichts zum Thema sagen, heißt es.

Der BFV08 hat aber nicht nur Probleme mit dem Wesenitzsportpark. Die Fußballer können auch die Volksbank-Arena an der Kampfbahn nur einige Monate lang bespielen, von Mai bis Oktober. Sobald die Nächte kühl und nass werden, wird der Boden so weich, dass nicht einmal ein Rasenmäher drüber fahren kann. Damit bleibt den Spielern nur der Kunstrasen auf dem Laola-Bolzplatz in Bischofswerda-Süd, und der wird entsprechend genutzt. „Es trainieren manchmal gleich drei Mannschaften nebeneinander. Die Männer auf einer Hälfte, und zwei Nachwuchsmannschaften teilen sich die andere“, sagt Andreas Bascha. Der Dauerbetrieb auf dem Kunstrasenplatz, jeden Wochentag von 16 bis 20 Uhr, und dann noch am Wochenende zu den Spielen zehre an den Nerven der Anwohner. Und reiche trotzdem nicht.

Der Verein hat sich in der Region umgeschaut und dankenswerterweise Hilfe in Neukirch gefunden. Die Fußballer aus dem Oberland stellen den Bischofswerdaern ihren Kunstrasen zwei bis drei Mal in der Woche fürs Training zur Verfügung. Der BFV08 befürchtet allerdings, dass in Zukunft interessierten Kindern abgesagt werden muss, wenn keine Trainingskapazitäten zur Verfügung stehen. „Wir hatten in den letzten Jahren einen starken Zulauf an Kindern und Jugendlichen, durch die gute Nachwuchsarbeit, aber auch durch das Aushängeschild der ersten Männermannschaft in der Oberliga“, sagt der Vizepräsident.

Planung mit Blick auf einen Aufstieg
Der Verein muss deshalb Lösungen finden. 17 Mannschaften trainieren zurzeit im BFV 08, davon gehören 15 in den Freizeitbereich. Die Fußballer haben versucht, den 30 Jahre alten Platz an der Kampfbahn zu retten und im vergangenen Jahr 5 000 Euro extra in die Pflege investiert. Der Effekt war gleich Null. Deshalb wird jetzt darüber nachgedacht, die Sache grundsätzlicher anzugehen. Der Verein will mit der Stadt und den Stadträten Gespräche über die Zukunft der Kampfbahn führen. Die Fußballer würden den Platz gern umbauen lassen, mit Blick auf die schwierige Trainingssituation und einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga. Die erste Männermannschaft steht derzeit auf Tabellenplatz 1, das Szenario ist also nicht unwahrscheinlich. Doch für die vierte Liga braucht der Verein einen Platz mit Gästetribüne, Gäste-WC und deutlich mehr Zuschauerplätzen. Die Stadt ist Eigentümer des Platzes, deshalb müsste sie den Umbau anschieben. Der Verein würde sich auch an den Kosten beteiligen. Doch noch ist eine Lösung nicht in Sicht. Und die anderen Sportvereine in der Stadt wollen auch bedacht werden.

Der Fußballverein Einheit Kamenz, der seit diesem Jahr ebenfalls in der Oberliga spielt, aber zurzeit auf dem 13. Tabellenplatz rangiert, muss nicht ganz so viele Mannschaften im Trainingsbetrieb koordinieren. Zum Verein gehören zwölf Mannschaften. Sie nutzen den Rasenplatz im Stadion der Jugend nur zu Punktspielen. Dass die Fußballer dort trainieren, ist die Ausnahme. „Wir müssen uns trotzdem jedes Jahr Gedanken machen über die Rasenpflege“, sagt Präsident Thorsten Edelmann. Das Training erfolgt auf den Nebenplätzen, vor allem auf dem Kunstrasenplatz. Der Rasen kann trotzdem nur zwischen März und Oktober genutzt werden, das ist noch zwei Monate länger als die Kampfbahn in Bischofswerda. „Das hängt von den Witterungsverhältnissen ab“, sagt der Einheit-Präsident Thorsten Edelmann.

Die Stadt, die Stadträte und der BFV 08 wollen das Thema in der nächsten Woche zunächst einmal nicht-öffentlich beraten. Danach könnte ein Lösungsweg feststehen.