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Gabriel: Athener Reparationsforderungen grundlos

Die SPD sieht wie die Bundesregierung keinen Grund für neue Milliarden-Forderungen Griechenlands aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Berlin. Die SPD sieht wie die Bundesregierung keinen Grund für neue Milliarden-Forderungen Griechenlands aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Frage der Reparationen sei im Zuge der Verhandlungen zur deutschen Einheit fast komplett und abschließend geregelt worden, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel am Montag am Rande einer Klausur der SPD-Spitze in Nauen.

Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke dagegen hält die Forderungen des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras für gerechtfertigt. Besonders eine von den Nazis Griechenland abgepresste Zwangsanleihe müsse zurückgezahlt werden, sagte sie der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag).

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Aus Griechenland kommen immer wieder Forderungen, Berlin müsse noch elf Milliarden Euro zurückzahlen allein für einen Zwangskredit, den Athen während der deutschen Besatzung gewährt habe. Die Bundesregierung betonte mehrfach, 70 Jahre nach Kriegsende habe die Reparationsfrage ihre Berechtigung verloren. Entsprechende Zwangsanleihen seien aus deutscher Sicht nicht zurückzuzahlen.

Deutschland habe zur Wiedergutmachung für NS-Unrecht Ende der 1950er Jahre Globalentschädigungsabkommen mit zwölf westlichen Ländern vereinbart, mit Griechenland einen Vertrag 1960. Darin sei festgehalten, dass die Wiedergutmachung abschließend geregelt sei, hieß es unter anderem im Finanzministerium. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag zur deutschen Wiedervereinigung 1990 wiederum sei von Reparationen keine Rede gewesen. Dieser sei als rechtlich bindend anerkannt worden im Rahmen der Charta von Paris, auch von Griechenland. (dpa)