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Gaddafi-Sohn will vor Weltstrafgericht in Den Haag

Den Haag. Der Sohn des getöteten libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi, Saif al-Islam, fürchtet einen Schauprozess in Libyen und will sich lieber vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten.

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Den Haag. Der Sohn des getöteten libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi, Saif al-Islam, fürchtet einen Schauprozess in Libyen und will sich lieber vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten. Seine Verteidiger haben dem Gericht eine entsprechende Erklärung al-Islams übergeben, bestätigte ein Sprecher des Weltstrafgerichtes gestern in Den Haag.

In Libyen erwarte ihn kein „fairer und unparteiischer Prozess“, zitieren die Verteidiger ihren Mandanten al-Islam. „Ich habe keine Angst zu sterben, aber wenn sie mich nach einem solchen Prozess hinrichten, dann ist das wie Mord.“

Der Internationale Strafgerichtshof beschuldigt den Sohn von Gaddafi der Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er soll für Morde und Verfolgung während der Revolte in Libyen im vergangenen Jahr mitverantwortlich sein. Die libysche Übergangsregierung weigert sich, ihn auszuliefern. Der Gaddafi-Sohn hatte die Erklärung am 7. Juni in Anwesenheit einer Verteidigerin aufgesetzt. Ein Vertreter der Behörden, der sich zuvor als Wachmann ausgegeben hatte, hatte jedoch die Unterzeichnung verhindert. Die Juristin und drei Mitarbeiter des Strafgerichtshofes wurden 26 Tage lang in Libyen festgehalten. (dpa)