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Galerie startet zur Halbzeit

Das kurze Ausstellungsjahr beginnt mit dem Lebenswerk von Thomas Gatzemeier und endet mit Modelleisenbahnen.

© André Braun

Von Jens Hoyer

Döbeln. Es wird eine der Höhepunkte in einem ansonsten recht übersichtlichen Programm: Nach einigen Jahren Abstinenz wird Thomas Gatzemeier in der Kleinen Galerie ausstellen. Der Döbelner, der 1986 nach Westdeutschland ging und in Karlsruhe lebt, gibt eine Retrospektive, einen Rückblick auf sein Lebenswerk. „Wunderkammer“ nennt sich eine Reihe von drei Ausstellungen – eine davon ist in Döbeln. Kurz vor dem Heimatfest wird sie am 2. Juni eröffnet. Das ist auch der Tag der „Wiederbelebung“ nach den Umbauarbeiten, die die Galerie zurzeit lahmlegen.

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Die Eingriffe sind heftig. „Wir müssen Depots und Büros räumen“, sagte Mitarbeiterin Kathrin Fuchs. Es wird nicht nur eine Fluchttreppe in den Galerieflügel eingebaut. An der stählernen Dachkonstruktion werden ebenfalls Brandschutzarbeiten nötig. „Bis Mai sind wir mit der Umräumerei beschäftigt“, sagte Kathrin Fuchs. Den Museumstag im Mai würden sie allerdings schon wieder bedienen und einen neuen Depotraum mit Museumsstücken zeigen, die nicht ständig in der Ausstellung zu sehen sind. „Wir hatten vor einigen Jahren so eine Depotführung, die gut angekommen ist.“

Ehe das Ausstellungsjahr losgeht, ist es schon halb herum. Ab September werden Radierungen von Tim von Veh aus Leipzig gezeigt. „Radierungen hatten wir lange nicht“, so Fuchs. Im November gibt es die letzte Eröffnung des Jahres: Die Weihnachtsausstellung mit Modelleisenbahnen der Größe H0 der Leipzigers Jörg Ahnert. „Es wird seine letzte Ausstellung überhaupt. Er will die Sammlertätigkeit einstellen“, sagte Fuchs.

Viele Gruppen kamen

Die diesjährige Weihnachtsausstellung mit Scherenschnitten von Angelika Schirmer konnte mit der Sandmännchenausstellung vor einem Jahr nicht mithalten. Trotzdem: Im Dezember waren 400 Besucher gekommen. Auch viele Gruppen hatten sich angemeldet, so Kathrin Fuchs. „Die Leute waren total beeindruckt vom handwerklichen Geschick.“

Knapp 2500 Menschen haben im vergangenen Jahr Stadtmuseum und Kleine Galerie besucht. Andere wollten nicht nur schauen. Die Künstlerin Olga Scheck zeigte ihnen, wie man Papiercollagen anfertigt. In fünf Kursen brachte der Graffiti-Künstler Frank Schäfer jungen Leuten dem Umgang mit der Farbdose bei. Und dann gibt es noch einen neuen Trend: Für acht Hochzeitsgesellschaften war das Museum Gastgeber. „Die Leute trinken Sekt und gehen dann gerne noch auf den Turm. Das wird immer besser angenommen“, so Fuchs.