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Ganz dünnes Eis

Die gefrorenen Wasserflächen locken auch rund um Görlitz zum Schlittschuhlauf. Doch offiziell freigegeben sind die Teiche dafür nicht.

© Constanze Junghanß

Von Constanze Junghanß

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Zwei Tore auf dem Eis: Mädchen und Jungen jagen dem runden Puck hinterher. Wer weiß, ob da vielleicht ein künftiger Olympionike mit dabei sein wird? Dass die deutsche Eishockeymannschaft in Südkorea die Silbermedaille gewann, hat sich selbstverständlich auch im Schöpstal herumgesprochen. Denn da sind bereits die Jüngsten Eishockeyfans. Der Kunnersdorfer Sportverein ist sogar in der Eishalle Niesky eingemietet, um dem Nachwuchs einmal wöchentlich Eishockey und Schlittschuhlaufen beizubringen. Kein Wunder, dass da die Kinder schon gut auf den Kufen unterwegs sind.

Auf der Neiße können die Enten jetzt auch beim Landen Eislaufen versuchen. Sie benötigen dazu nicht mal eine Genehmigung.
Auf der Neiße können die Enten jetzt auch beim Landen Eislaufen versuchen. Sie benötigen dazu nicht mal eine Genehmigung. © Pawel Sosnowski

Aktuell passiert das so auf dem Hofeteich in Kunnersdorf, gleich hinter dem Abzweig in Richtung Liebstein. Der Teich mit seiner „Gwenifer“-Steinfigur in der Mitte ist im Ort mehr oder weniger ein „Geheimtipp“ für alle Eislauffreunde. Tief sei er nicht, erzählen die Anwohner. Seit dem bitterkalten Wochenende herrscht hier jetzt ein sehr reger Betrieb – Kinder und Eltern haben sich die Kufen untergeschnallt, um Runden auf dem gefrorenen Wasser zu drehen. Das ist schon zur kleinen Tradition geworden. Eispartys hat es in den vergangenen Jahren ebenso gegeben wie alkoholfreien Punsch von Anwohnern für die Kinder. Detlef Heidrich wohnt in der Nähe und erzählt, dass er sich sogar an das komplette Zufrieren vom Weißen Schöps in den 1990er Jahren erinnert. „Damals gab es noch eine richtige Völkerwanderung auf dem vereisten Fluss bis nach Ebersbach runter“, erinnert er sich.

Frank Crissulis, stellvertretender Gemeindewehrleiter, sieht das Schlittschuhlaufen auf dem Schöpstaler Teich allerdings eher mit Sorge. Denn die Sicherheit stünde an allererster Stelle. Eine Gewährleistung, dass niemand ins Eis einbricht, könne keiner geben. Er verstehe, dass die Freude bei den Kindern groß ist. „Aber die Eisfläche vom Hofeteich ist nicht offiziell zum Betreten freigegeben worden“, sagt er. Das zu prüfen sei auch nicht Aufgabe der Feuerwehr, sondern eines Statikers, der damit beauftragt werden müsste. Einen solchen Auftrag erteile seines Wissens nach keine Gemeinde im Umland. Und dass Unfälle passieren, ist nicht von der Hand zu weisen. Das jüngste Desaster dieser Art ereignete sich vergangenen Sonntag in Moritzburg. Mindestens acht Eisläufer brachen dort ins eiskalte Wasser vom Schlossteich ein. Feuerwehr und Rettungskräfte eilten zum Einsatzort. Einen solchen Einsatz musste die Schöpstaler Wehr am Hofeteich zum Glück noch nicht fahren, wie Frank Crissulis auf Nachfrage der SZ bestätigt. Auch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen warnt aktuell vor allem vor dem Betreten von Flüssen und Stauseen. „Durch die schwankenden Wasserspiegel ist das Eis nicht tragfähig“, heißt es in einer Pressemitteilung. Insofern bestünde Lebensgefahr. Zugefrorene Flüsse und Seen hätten auf Kinder große Anziehungskraft. „Deshalb sollten Eltern, Lehrer und Erzieher die Kinder unbedingt über die Gefahren beim Betreten von Eisflächen aufklären“, teilt die Landestalsperrenverwaltung mit.

Eisfläche nicht so glatt wie sonst

In Melaune wurde für die Wintersportler eine Eisbahn errichtet. Viel Werbung dafür möchte Bürgermeisterin Andrea Weise aber nicht machen. Grund dafür: Das Eisfläche sei in diesem Jahr nicht so schön glatt wie sonst. Angenommen werde die Eisbahn trotzdem gern von den Einheimischen. Sie entsteht durch Zuleitung von Wasser aus dem Schwarzen Schöps und befindet sich im Eisstadion, das laut Bürgermeisterin etwa in den 1970er Jahren errichtet worden ist. Auch auf den Teichen im Vierkirchener Ortsteil Buchholz schlitterten die Leute. „Die Teiche sind aber von der Gemeinde nicht dafür freigegeben“, sagt Andrea Weise. Das trifft ebenso für die Gewässer in Reichenbach und den zugehörigen Ortsteilen zu, wie die Stadtverwaltung bestätigt. Und auch für den Schlossteich in Königshain, wo ebenso Kinder Schlittschuhlaufen oder Eishockeyspielen.

Fotos von schönen kalten Orten im Landkreis können Sie uns hier schicken: www.sz-link.de/Kaelte-GR