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Das ist jetzt im Garten noch alles zu tun

Frostschutz, Schädlinge, Kompost: Gartenfachberater antworten auf Leserfragen.

Der Herbst malt die Blätter an – und die Dresdner Gartenfachberaterin Katrin Keiner ihre Bäume.
Der Herbst malt die Blätter an – und die Dresdner Gartenfachberaterin Katrin Keiner ihre Bäume. © Ronald Bonß

Katrin Keiner steht mit einer Bürste an ihrer Sauerkirsche und kehrt das dünne Stämmchen ab. Erst im März hatte sie den Baum gepflanzt. „Besonders junge Bäume brauchen jetzt einen Weißanstrich, denn er verhindert ein übermäßiges Aufheizen in der Wintersonne. Aber erst muss das lose Material runter“, erklärt die Gartenfachberaterin. Ohne den Anstrich kann es passieren, dass der Frost die Rinde platzen lässt und Krankheitserreger eindringen.

Katrin Keiner hat Wasser mit Weißkalk vermischt, bis der Anstrich dickflüssig wurde. Damit er besser haftet, hat sie etwas Latex Bindemittel untergerührt. Sie pinselt den ganzen Stamm und die dickeren Astansätze damit ein. „Danach biege ich noch einen Verbissschutz zurecht, denn bei uns knabbern gern Rehe und Hasen die Rinde ab“, sagt sie. Etwas Kaninchendraht liegt schon bereit.

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Doch nicht nur die Bäume brauchen im Herbst besondere Aufmerksamkeit. Leserfragen zu Garten und Balkon haben Katrin Keiner und Wolfgang Friebel, ehemaliger Gartenmeister im Schlosspark Pillnitz, beim SZ-Telefonforum beantwortet.

Unsere Tomaten tragen noch viele grüne Früchte. Was mache ich damit?

Tomaten sollten im Herbst nicht unter fünf Grad Celsius stehen, aber besonders gefährlich ist jetzt Nässe in Kombination mit niedrigen Temperaturen. Ein mögliches Ausreifen von Früchten dauert viel länger als bei höheren Temperaturen. Es ist jetzt nur noch ein Hinhalten ohne wirkliches Wachsen. Ernten Sie die Tomaten lieber und lassen Sie sie in einer mit Zeitungspapier ausgeschlagenen Kiste im Dunkeln nachreifen. Sie können grüne Tomaten zu Chutney verarbeiten. Durch das lange Kochen werden die Giftstoffe abgebaut. Kleine grüne Tomaten kann man auch in Essigsud mit Knoblauch und Chili einlegen.

Ab Hochsommer sollten viele Pflanzen nicht mehr gedüngt werden.
Ab Hochsommer sollten viele Pflanzen nicht mehr gedüngt werden. © dpa-tmn

Ich habe viele Engerlinge im Kompost und im Rasen. Was kann ich machen?

Engerlinge sind Käferlarven, die sehr hungrig sind. Im Kompost richten sie keinen Schaden an, sondern helfen sogar bei der Verrottung. Im Rasen oder Beet schaden sie, weil sie die Wurzeln abfressen. Verwenden Sie keine chemischen Pestizide für den Rasen, die würden auch Nützlinge, wie Regenwürmer, vernichten. Versuchen Sie stattdessen, den Rasen zu lüften. Den Kompost sollten Sie durchsieben und umsetzen.

Ich fand unter einem Blumenkübel im Garten viele weiße Kügelchen. Was kann das sein?

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das ein Schneckengelege. Sie legen unter Steinen, Blumenkübeln und Holzbrettern bis zu 200 Eier ab. Wer die jetzt entfernt, hat im kommenden Gartenjahr weniger Ärger.

Meine Rosen hatten Sternrußtau und Mehltau. Wie kann ich dem im nächsten Jahr vorbeugen?

Entfernen Sie alle kranken Pflanzenteile aus dem Garten. Im kommenden Jahr können Sie dann den Befallsdruck mindern, indem Sie Ihre Rosen vorbeugend mit verdünnter Milch oder Buttermilch regelmäßig einsprühen. Das senkt den pH-Wert und beugt so insbesondere dem echten Mehltau vor. Auch der Einsatz von Netzschwefel oder Natron ist nur vorbeugend. Sind Pflanzen einmal befallen, hilft nur noch ein systemisches Fungizid aus dem Gartencenter. Wählen Sie für Neupflanzungen resistentere Sorten, zum Beispiel die geprüften ADR-Rosen.

Rosen sowie Gräser, empfindliche Stauden und Sträucher sollte man besser erst im Frühling zurückschneiden.
Rosen sowie Gräser, empfindliche Stauden und Sträucher sollte man besser erst im Frühling zurückschneiden. © dpa-Zentralbild

Wann schneide ich Rosen zurück?

Die Rosen werden jetzt im Herbst nach dem Abblühen nur auf eine „ordentliche“ Höhe geschnitten. Im Frühjahr, wenn die Gefahr stärkerer Fröste vorüber ist, erfolgt ein arttypischer Schnitt. Das heißt, Edelrosen können dabei durchaus auf drei bis vier Augen zurückgeschnitten werden.

Welche Salate kann ich jetzt noch aussäen oder auspflanzen?

Geschützt im Frühbeet kann man noch Asia-Salate auspflanzen. Feldsalat auszusäen, könnte jetzt maximal an einer geschützten Stelle auf der Südseite des Balkons oder im Frühbeet klappen.

Kann ich jetzt noch Gründünger säen?

Das ist zu spät. Gesät wird spätestens Anfang September, wenn der Boden noch warm ist. Am besten eignen sich Buchweizen und Phacelia. Sie bleiben den Winter über stehen, unterdrücken Unkraut und halten die Nährstoffe im Boden. 14 Tage vor der Frühjahrsbepflanzung werden sie untergegrubbert oder untergegraben. So geben sie weitere Nährstoffe frei.

Gräbt man eigentlich noch um?

Nein, das ist gerade bei leichten Böden kontraproduktiv, da mit dem Umbrechen der Erdschichten der Lebensraum von Kleinstlebewesen durcheinandergerät. Bei einem regelmäßig gepflegten Beet reicht Grubbern völlig aus. Umgegraben wird nur noch, wenn man ein Beet neu angelegt.

Wie bringe ich meine Fuchsie gut über den Winter? Muss ich sie umtopfen?

Alle Kübelpflanzen müssen jetzt frostgeschützt eingeräumt werden. Je dunkler und kühler das Winterquartier, umso weniger darf gegossen werden. Kontrollieren Sie sie gut auf Schädlinge wie Läuse oder Trauermücken im Topf. Schneiden Sie die Fuchsie auf ein bis zwei Drittel herunter. Gießen Sie sparsam und düngen Sie nicht mehr, damit die Pflanze Winterruhe findet. Am besten überwintert sie im Keller. Umgetopft wird erst im Frühjahr.

Müssen winterfest eingepackte Pflanzen (Himbeere, Brombeere) auch über den Winter gegossen werden?

Da diese Pflanzen im Winter kein Laub haben, ist der Wasserbedarf entsprechend gering. Allerdings sollten die Töpfe auch nicht völlig austrocknen. Auf keinen Fall sollte Wasser in einem Untersetzer stehen.

Grünabfall gehört auf den Kompost. Aber nicht, wenn die alten Pflanzen mit Pilzen oder Schädlingen befallen sind.
Grünabfall gehört auf den Kompost. Aber nicht, wenn die alten Pflanzen mit Pilzen oder Schädlingen befallen sind. © dpa-tmn

Gehört Efeulaub auf den Kompost?

Efeu und wilder Wein nehmen den Kompost eher als Starthilfe und bilden schnell Wurzeln. Daher sollten sie besser professionell entsorgt werden. Eichen- und Walnusslaub verrottet auch schlecht. In einem Laubkomposter aus Metalldraht kann es vorverrotten.

Ich habe eine große Wiese als Biotop mit Kröten. Soll ich sie jetzt im Herbst komplett abmähen?

Es ist besser, immer wenigstens ein Drittel stehen zu lassen. Denn so können sich Pflanzen aussäen und viele Nützlinge finden Rückzugsmöglichkeiten. Auf einem englischen Rasen gibt es nur wenig Leben.

Wie bereite ich jetzt schon meine Frühbeete vor?

Geben Sie nicht verrotteten oder halbverrotteten Kompost hinein. Frischer Mist, vor allem von Pferden und Hühnern, muss abgelagert sein, sonst ist er zu scharf. Wenn Sie keinen Tierhalter in der Nähe kennen, können Sie den Mist über Kleinanzeigen beziehen. Dort wird er oft kostenlos abgegeben. Vor der nächsten Bepflanzung gehört frische Komposterde in das Frühbeet. Das gibt warme Füße für die jungen Gemüsepflanzen.

Wie bekomme ich meinen abgeblühten Lavendel ein zweites Mal zum Blühen?

Lavendel sollte im Frühjahr kräftig geschnitten werden. Dabei darf aber nicht zu weit ins Holz geschnitten werden, unterhalb der Schnittstelle sollten neue Austriebe erkennbar sein. Dann werden die abgeblühten Stiele entfernt und in sonnigen Jahren kann sich dann eine zweite Blüte entwickeln.

Ich möchte im Winter am Fenster Kräuter ziehen. Was muss ich beachten?

Das größte Problem im Winter ist der Lichtmangel. Petersilie und Schnittlauch, aus dem Garten ausgegraben und in einen Topf gesetzt, kommen da noch am besten zurecht. Bei der Aussaat muss man den hellsten Platz suchen und die Temperaturen dem Licht anpassen. Kräuter aus dem Supermarkt sind in kurzer Zeit angezogen und zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt. Will man länger etwas von ihnen haben, sollte man sie in neue, magere Erde setzen. Beim Platz auf dem Fensterbrett sollte man Zugluft vermeiden.

Notiert von Susanne Plecher

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