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Zauberkiste im Garten

Ein Frühbeet verlängert die Erntesaison nach vorn und hinten. Bauen lässt sich der Sonnenspeicher ganz einfach.

Das Frühbeet lässt sich auch im Sommer nutzen - ohne Dach, sonst wird es denn Pflanzen darin zu heiß.
Das Frühbeet lässt sich auch im Sommer nutzen - ohne Dach, sonst wird es denn Pflanzen darin zu heiß. © Uwe Umstätter/Westend61/dpa

Die meisten Menschen mögen schnellen Erfolg. Und Gartenbesitzer eine schnelle Ernte. Den ersten Salat aus dem eigenen Garten, ein paar Radieschen dazu – das lässt sich mit einem Frühbeet beschleunigen, einer einfachen, aber sehr effizienten Kiste.

„In diesem Beet werden die Pflanzen früher gezogen und auch im Herbst kann man die Saison noch um einige Wochen verlängern. Es wächst einfach alles schneller im Frühbeet“, sagt Gärtner und Buchautor Jörn Pinske. So lasse sich die Ernte von Feldsalat und Spinat zum Beispiel um drei bis vier Wochen vorziehen. Denn in den Nebensaisons haben es die Pflanzen in der Box gemütlicher: „Während im Herbst und Frühjahr die Sonne tagsüber noch kräftig die Beete wärmt, sind die Nächte so kalt, dass unter dem Strich das Pflanzenwachstum deutlich eingeschränkt ist“, erklärt Buchautorin Karla Krieger.

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Ein Rahmen und eine transparente Abdeckung aus Glas oder Kunststoff machen das Beet zu einer Art Sonnenspeicher. Die Sonnenstrahlen erwärmen, wie auch auf dem freien Beet, den Boden. Aber im Frühbeet hält die Abdeckung die Wärme lange im Inneren, sodass die Temperaturschwankungen deutlich geringer ausfallen.

Gerade Salat lässt sich im Frühbeet gut vorziehen - und um bis zu vier Wochen dann auch früher ernten.
Gerade Salat lässt sich im Frühbeet gut vorziehen - und um bis zu vier Wochen dann auch früher ernten. © Andrea Warnecke/dpa

Dieser Effekt lässt sich mit einfachen Maßnahmen steigern. So könne der winddichte Rahmen zusätzlich gedämmt werden. Dafür eignen sich Styrodurplatten, die im Gegensatz zu Styropor kein Wasser aufnehmen. Ideal ist es, wenn die Platten mindestens 30 bis 40 Zentimeter in den Boden eingelassen werden. Trittplatten aus dunklen Steinen speichern ebenfalls Wärme für die Nacht, rät Krieger.

Aber nicht nur eine frühere und im Herbst längere Ernte ist dank des Frühbeetes möglich. Gärtner Pinske empfindet die Qualität des Salates aus der Kiste zum Saisonanfang besser. „Während ein Salat aus dem Freiland im Frühling oft knackig-hart ist, hat der Salat aus dem Frühbeet eine frische, keinesfalls weiche Konsistenz.“ Neben dem klassischen Salat können im Frühjahr Kohlrabi, Radieschen, Rettich und Asia-Salate im Frühbeet kultiviert werden. „Wer den Platz optimal nutzen will, sät in die Zwischenräume Kresse“, sagt Pinske. Und auch früh eingekaufte Beet- und Balkonpflanzen, die einem Spätfrost zum Opfer zu fallen drohen, können darin gelagert und abgehärtet werden. Das Frühbeet kann auch Zwischenstation für Aussaaten und Stecklinge sein.

Im Herbst Unterkunft für unempfindliche Pflanzen

Auch im Sommer lässt sich das Frühbeet nutzen – und zwar für wärmeliebendes Gemüse, wie Melonen, Gurken, Brokkoli oder Blumenkohl. Allerdings kann es den Pflanzen auch zu heiß im Kasten werden. „Heizt sich das Frühbeet zu stark auf, so ist dies schädlich für das Pflanzenwachstum. Deshalb sollte es hoch genug sein“, rät Krieger. Die Pflanzen sollten also immer ein wenig Abstand zur oberen Abdeckung haben. Frühbeete, die mit Salat, Kräutern, Spinat oder Radieschen bepflanzt werden, sind idealerweise in etwa 40 bis 50 Zentimeter hoch. Größere Pflanzen, wie Porree oder Mangold, kommen besser in einem Folientunnel unter.

Im Herbst und in Richtung Winter wird das Frühbeet dann Unterkunft für unempfindliche Pflanzen, deren Ernte sich so über den Winter hindurchziehen kann. Buchautorin Krieger rät zu den verschiedenen Salaten. Alternativ kann die Box als Lagerort für Wurzelgemüse, wie Möhren, Rettich, Pastinaken und Ähnliches, dienen. Sie brauchen nur ein Sandbett im Kasten.

Zwar gibt es im Handel Frühbeete aus Alu, verzinktem Stahl und Holz zu kaufen, man kann die Box aber auch einfach selbst bauen. „Es sind alle Baustoffe geeignet, die Wind abhalten und entweder selbst dämmend sind oder die man zusätzlich dämmen kann“, sagt Karla Krieger.

Lust auf frisches Gemüse aus dem Garten - mit einem Frühbeet lässt sich die Ernte der Radieschen vorziehen.
Lust auf frisches Gemüse aus dem Garten - mit einem Frühbeet lässt sich die Ernte der Radieschen vorziehen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

In einem großen Garten findet sogar ein festes Frühbeet aus gemauerter Umrandung Platz. „In älteren Gärtnereien sieht man oft noch solche Frühbeete, die mit schweren Glasrahmen abgedeckt wurden“, sagt sie. Krieger rät, das Glas durch Plexiglas–Stegdoppelplatten zu ersetzen. Zwar liegen deren Anschaffungskosten höher. Sie sind aber deutlich leichter als die Glasplatten und sie vergilben anders als andere Plastikhauben kaum. Das für die Pflanzen wertvolle Sonnenlicht kann dadurch in voller Stärke eindringen. Doch Achtung vor zu leichten Fenstern: Sie könnten vom Wind aufgehoben und weggeweht werden.

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Einen extra Tipp haben die Gartenfachleute noch. Da die intensive Kultur die Böden auslaugt, sollte man für eine gute Regeneration sorgen. Jörn Pinske rät daher, die Fenster im Winter, wenn das Frühbeet nicht genutzt wird, abzunehmen. Und es sei sinnvoll, den Standort des Kastens immer mal wieder zu wechseln. Wo das nicht möglich ist, sollte schonend für eine Regeneration des Bodenlebens gesorgt werden. Reifer Kompost, Dauerhumus wie Terra Preta und sogenannte Effektive Mikroorganismen (EM) bewahren die Vitalität des Bodenlebens und damit auch die Fruchtbarkeit. (dpa)

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