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Rosen zurückschneiden: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Mal kommt der Frühling im März, mal Ende April. Das müssen Rosenbesitzer wissen, die die Stöcke schneiden sollten, sobald es keine heftigen Fröste mehr gibt. Es gibt auch einen natürlichen Indikator.

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Der Schnitt ist wichtig für die Rosen, auch wenn man ihnen scheinbar die Chance auf viele Blüten nimmt - schließlich schneidet man auch Knospen ab.
Der Schnitt ist wichtig für die Rosen, auch wenn man ihnen scheinbar die Chance auf viele Blüten nimmt - schließlich schneidet man auch Knospen ab. © Andrea Warnecke/dpa

Von Simone Andrea Mayer

Rosen sind empfindliche Gewächse. Wer sie nicht gefährden will, sollte daher im Frühling nicht zu früh zur Schere für den Rückschnitt greifen. Sie könnten sonst erfrieren.

In Ihrem Garten oder dem Ihrer Nachbarn haben Sie beim Einschätzen des richtigen Zeitpunkts sogar eine Helferin: die Forsythie. Erblüht sie, ist - meistens - der richtige Moment für den Rückschnitt.

Die Blüte kann etwa Mitte März beginnen und je nach Sorte bis Mai dauern. Damit könnte man den Beginn des Rückschnittzeitraums eigentlich auch auf den Frühlingsbeginn einschränken. Doch so einfach ist die Sache nicht. Weder das mit dem Wetter einhergehende Frühlingsgefühl noch die Forsythienblüte halten sich an Daten, die der Mensch gesetzt hat. Vielmehr ist beides abhängig von der Witterung des jeweiligen Jahres. Und die ist immer etwas anders.

Forsythie zeigt den Frühlingsbeginn an

Die Forsythie gilt daher als eine sogenannte Zeigerpflanze des phänologischen Kalenders. Anders als beim astrologischen und meteorologischen Kalender beginnen und enden seine Phasen nicht an einem festgelegten Tag. Stattdessen werden sie jedes Jahr bestimmt von der Witterung und dem Entwicklungsstand der Pflanzen. Beides kann regional verschieden sein.

Das heißt: Wenn Zeigerpflanzen wie die Forsythie anfangen zu blühen, beginnt in einer Region eine neue Periode - in dem Fall der sogenannte Erstfrühling. In Rheinland-Pfalz erblühen die Forsythien meist im März, im Schwarzwald erst Ende April, berichtet Heiko Hübscher, Gärtnerischer Leiter des Rosengartens Zweibrücken. Und an der Nordseeküste sei die Forsythienblüte schon mal einen Tick zu früh für die Rosen.

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Hübscher rät daher, immer noch ein Auge auf den Wetterbericht zu werfen - und im Zweifel lieber etwas länger zu warten. So riskiert man kein Erfrieren der Rosenknospen im Frost. Richtig zu spät kann man mit dem Schnitt kaum sein. Der Rosenprofi hat auch schon testweise erst Mitte Mai zur Schere gegriffen. "Und diese Rosen haben trotzdem schon am 20. Juni geblüht - dann blühen sie bei uns in Zweibrücken immer", berichtet Hübscher.

Der Schnitt ist wichtig für die Rosen

Der Schnitt ist wichtig für die Rosen, auch wenn man ihnen scheinbar die Chance auf viele Blüten nimmt - schließlich schneidet man auch Knospen ab. "Ein Rosengärtner braucht ein kaltes Herz und eine heiße Schere", sagt der Experte Heiko Hübscher. "Der Schnitt ist nötig und er ist keine Brutalität an den Pflanzen. Denn die Rosen werden mit jedem Jahr anfälliger für Krankheiten - und irgendwann auch zu hoch. Wir reden hier ja nicht von einer Naturpflanze, sondern von einer Züchtung."

Die Züchter geben vor, wie hoch die Rose sein sollte, um im idealen Gleichgewicht zu sein. "Wird der Stock zu hoch, treiben unten keine Knospen mehr aus. Dann hat man dort nur noch Laub oder die Rose wird unten ganz kahl." Dafür kann ein regelmäßiger Schnitt die Lebenserwartung einer Rose erhöhen - auf 25 bis 50 Jahre.

Idealerweise schneidet man etwa 0,5 bis einen Zentimeter über einer nach außen zeigenden Knospe ab, erklärt die Hessische Gartenakademie. Wird zu dicht an diesem sogenannten Auge gekappt, kann es verletzt werden oder in der Folge austrocknen. Geschnitten wird schräg nach oben, so kann Regenwasser schneller ablaufen. Das reduziert die Infektionsgefahr mit Pilzen und Bakterien.

Bei Edelrosen kommt das alte Holz weg

Der Schnitt der Edelrosen ist besonders einfach: Man schneidet alle Triebe auf etwa fünf Zentimeter über dem Boden herunter. "Das alte Holz der Edelrosen ist gesundheitlich anfällig", erklärt der Rosenexperte. Man gibt mit dem radikalen Abschneiden den Rosen also die Möglichkeit, mehr junges Holz zu tragen. Etwa fünf Jahre alte Zweige nimmt man außerdem komplett auf Boden-Niveau weg - immer mal wieder nur einen Trieb pro Jahr, so bleibe der Rosenstock an sich schön, rät Hübscher.

Beet- und Zwergrosen haben einen anderen Aufbau als Edelrosen: Sie wachsen mehr in die Breite. Daher sollte man sie so beschneiden, dass fünf bis sieben Triebe mit jeweils fünf bis sieben Knospen stehen bleiben, empfiehlt Hübscher. "Ich lasse sieben Knospen stehen, wenn sie dicht nebeneinander sitzen. Bei Abständen von drei bis vier Zentimetern zwischen den Knospen lasse ich nur fünf stehen." Die abgezählten Triebe müssen direkt aus dem Boden herauswachsen und nicht aus einem anderen Trieb.