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Wie dünge, pflege und gieße ich meine Gartenpflanzen?

Ob tropische Riesengewächse, Rhododendren oder Stauden: Beim SZ-Telefonforum gab’s Rat.

Groß wie Luftmatratzen werden die Blätter des Elefantenohrs von Andreas Liebschner in Niesky.
Groß wie Luftmatratzen werden die Blätter des Elefantenohrs von Andreas Liebschner in Niesky. © Andreas Liebschner

Andreas Liebschner hat sich einen echten Exoten in seinen Garten in See bei Niesky geholt. Einen Giganten. „Wir haben die Knollen des Elefantenohrs direkt vor Corona auf einer Gartenmesse in Leipzig gekauft“, sagt er. Im vergangenen Sommer machte die Pflanze ihrem Namen alle Ehre und entwickelte Blätter groß wie die Ohren ausgewachsener Elefanten. Dann kam der Herbst – und mit ihm die Frage, wie der Koloss zu überwintern wäre. „Man soll die Knollen ernten und im Frühjahr wieder neu stecken. Aber die Blätter starben nicht ab und waren bis zum Frost noch stark entwickelt“, sagt Liebschner. Er hat das Grün um etwa die Hälfte gekürzt und die Pflanze in ihr Winterquartier gebracht. Aber dort faulten die Stiele.

Liebschner war nur einer der vielen Leser, die beim SZ-Telefonforum Rat suchten. Es antworteten der ehemalige Gartenmeister von Pillnitz, Wolfgang Friebel, Gartenfachberaterin Katrin Keiner und Gartenbaumeisterin Helma Bartholomay.

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Wie gehe ich richtig mit meinem Elefantenohr um?

Die sogenannte Colocasia wird in tropischen und subtropischen Regionen auch als Nahrungsmittel angebaut. Als Taro findet sie manchmal auch bei uns Erwähnung. Verzehrt werden die Wurzeln. Bevorzugt steht sie an Bachläufen oder anderen feuchten Standorten. In gemäßigten Breiten schneidet man im Herbst das Laub ab, trocknet die Schnittstellen und schlägt die Wurzeln in Torf oder Späne ein, damit sie nicht zu stark eintrocknen. Im Frühjahr topft man wieder in nahrhafte Erde um und stellt das Gefäß warm, damit der Austrieb beginnen kann.

Seit fünf Jahren macht der Dickmaulrüssler unseren Rhododendren zu schaffen. Die Blätter sind teilweise so zerfressen, dass nur noch Rispen übrig sind. Im Sommer lesen wir mit einer Stirnlampe die knabbernden Käfer ab. Was können wir tun?

Die Fraßschäden an den Blättern sind eher ein optisches Problem, schlimmer sind die Larven, die im Boden an den Wurzeln fressen und so manche große Pflanze schon ins Jenseits befördert haben. Nematoden sind das einzig wirksame Mittel. Dazu muss über zwei Wochen der Boden ausreichend feucht sein, und die Bodentemperaturen sollten über zwölf Grad liegen. Die Nematoden müssen frisch sein. Die Behandlung sollte Ende Mai und Ende August erfolgen. Es gibt eine zweite Nematodenart, die auch bei tieferen Temperaturen funktioniert. Auf der Seite www.nuetzlinge.de finden Sie recht gute Anwendungshinweise.

Welche Pflanzen halten Schädlinge bei anderen Kulturen ab?

Als gute Schädlingsvertreiber gelten Tagetes, Basilikum, Lavendel, Bohnenkraut, Salbei und andere. Tagetes wehrt als Zwischenpflanze Nematoden ab, außerdem ist sie ein gutes Ablenkungsfutter für Schnecken. Die ätherischen Öle des Lavendels halten Ameisen fern. Das funktioniert mit der Pflanze, mit Tee oder Lavendeljauche. Holunderjauche hält unverdünnt Wühlmäuse ab, verdünnt im Verhältnis eins zu fünf wirkt sie gegen die Raupen der Kohlweißlinge. Kapuzinerkresse hemmt Bakterien und Pilze und dient als Ablenkungsfutter für schwarze Blattläuse. Die Pflanzen müssen sich von ihren Ansprüchen her vertragen.

Die meisten Blattkräuter, wie die Petersilie, können den Sommer über immer wieder geerntet werden
Die meisten Blattkräuter, wie die Petersilie, können den Sommer über immer wieder geerntet werden © dpa

Ich kultiviere Petersilie im Topf mit Maulwurferde. Kann ich sie mit Hühnermist düngen?

Mist, insbesondere der von Hühnern, ist sehr scharf. Zur Düngung muss er stark verdünnt werden, sonst verbrennen die Pflanzen. Im Gegensatz zu den meisten Kräutern verträgt Petersilie etwas mehr Düngegaben.

Ich habe gelesen, dass mein Apfelbaum Topaz einen Befruchter braucht. Was bedeutet das?

Fast alle Apfelsorten sind selbststeril. Das heißt, dass sie eine andere Befruchtersorte benötigen. Für Topaz eignet sich sehr gut James Grieve oder neue Pillnitzer Sorten wie Retina. In einer Gartenanlage mit mehreren Apfelbäumen kann darauf oft verzichtet werden, da meist ein geeigneter Pollenspender vorhanden ist.

Kann ich Gurken im Gewächshaus auch in Töpfe pflanzen?

Das ist möglich. Verwenden Sie große Pflanzgefäße, damit die Wurzeln genügend Platz haben. Je nach Grundversorgung sind weitere Düngegaben notwendig. Bevor das Gewächshaus in die Saison startet, ist eine gründliche Reinigung wichtig. Sind im vergangenen Jahr Krankheiten wie Pilzbefall, Spinnmilben oder Ähnliches aufgetreten, ist eine Ausschwefelung sehr sinnvoll.

Kann man Eibenschnitt auf den Kompost geben?

Die Äste sollten gehäckselt werden und können unbedenklich mit auf den Kompost gegeben werden. Die giftigen Inhaltsstoffe werden komplett abgebaut, wenn alles verrottet ist. Die Häcksel können auch als Mulch unter Rhododendron oder Koniferen gestreut werden. Bei Gemüse würde ich das Material frisch nicht verwenden.

Blühender Rhododendron
Blühender Rhododendron © Uwe Soeder

Warum hat mein Rhododendron hellgrüne Blätter?

Wenn keine anderen Symptome hinzukommen, wird es sicher an fehlenden Nährstoffen liegen. Düngen Sie ihn jetzt mit Rhododendrondünger. Gründliches Wässern beschleunigt die Wirkung. Besonders wichtig ist bei der Verwendung von Rindenmulch oder Holzhäcksel, daran zu denken, dass diese Materialien beim Zersetzen Stickstoff aus dem Boden verbrauchen, der dann den Pflanzen fehlt. Rhododendrondünger ist auch für Eriken, Heide und Kulturheidelbeeren geeignet.

Meine Stauden sind sehr groß geworden. Kann ich sie teilen?

Ja. Sie können sie jetzt ausgraben, teilen und an einer neuen Stelle wieder einpflanzen. Die Pflanzstellen müssen frei von Wurzelunkräutern sein und mit entsprechender Erde verbessert werden.

Wann wird die Harlekinweide geschnitten?

Sie wird im Frühjahr geschnitten, damit sie schön dicht bleibt. Für eine kompakte Kugelform wäre auch ein formender Sommerschnitt ab Ende Juni möglich.

Womit dünge ich Wein?

Ist der pH-Wert zu niedrig, wird im Winter Kalk gestreut. Im Frühjahr könnte man einen Beeren- oder Obstbaumdünger geben.

Eine Bodenprobe würde natürlich noch präziser Auskunft über mangelnde Nährstoffe geben. Generell werden jetzt viele Pflanzen im Garten gedüngt. Nach Möglichkeit nimmt man dafür einen Naturdünger, der grob eingeharkt wird. Danach wird gewässert.

Eine Baumflechte.
Eine Baumflechte.

Machen die Flechten auf den Obstbäumen Schaden?

Nein, die Flechten sind nur auf der Rinde. Sie sind Anzeiger für die Luftqualität.

Wie schneide ich Sommerhimbeeren?

Bei Sommerhimbeeren werden alle abgetragenen und schwachen Ruten nach der Ernte entfernt. Die schönsten Neutriebe werden behalten.

Im Herbst habe ich einen Apfel- und einen Pfirsichbaum gepflanzt. Muss jetzt schon ein Pflanzschnitt erfolgen?

Ja, damit bekommen die Bäume eine erste Grundformung für die Krone.

Die abgeschnittenen Lenzrosen welken sofort in der Vase. Woran liegt das?

Die Blüten halten an der Pflanze am besten. Aber wenn mal eine abgebrochen ist, kann man sie ganz gut neu anschneiden und ins Wasser stellen. Ein paar Tage halten sie auf jeden Fall,

Kann man einen Sommerflieder jetzt umpflanzen?

Wenn der Austrieb noch nicht zu weit ist, ja. Graben Sie ihn mit großem Wurzelballen aus und wässern ihn am neuen Ort. Es muss ein starker Rückschnitt erfolgen.

Zusammengestellt von Susanne Plecher.

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