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Gasthaus sucht einen Pächter

Im Sächsischen Hof sollen wieder Gäste einkehren. Doch die Suche nach einem Betreiber gestaltet sich schwieriger als gedacht.

© Claudia Hübschmann

Von Stephanie Ehlers

Meißen. Über 50 Gäste sitzen an kleinen Tischen. Sie genießen ihr Essen und plaudern angeregt oder lauschen einem Konzert auf der Bühne. Währenddessen lodert im Kamin ein wärmendes Feuer. So stellt sich Besitzer Richard Raue die Zukunft des Sächsischen Hofs am Meißner Hahnemannsplatz 17 vor. Doch bisher fehlt ihm ein Pächter.

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Familie Raue ist seit einiger Zeit auf der Suche. Sie möchten einen Gastwirt finden, der den traditionsreichen Sächsischen Hof am Hahnemannsplatz endlich wieder mit Gästen füllt. Raues Bauunternehmung hat das denkmalgeschützte Gasthaus aus dem Jahr 1896 aufwendig saniert. Charmante Details wie die alten Holztüren und -fenster sowie das Treppengeländer wurden detailgetreu aufgearbeitet.

Im Zuge des Ausbaus hat Bauunternehmer Richard Raue außerdem darauf geachtet, das Gebäude möglichst hochwassersicher zu machen. Im Erdgeschoss wurde der Fußboden um einen halben Meter angehoben. Auch die Toiletten für die Gaststätte befinden sich jetzt im ersten Obergeschoss. Damit können Hochwasser wie 2002 und 2013 künftig keine Schäden mehr anrichten.

Neben dem großzügigen Gastraum im Erdgeschoss findet sich im ersten Stock, des ungefähr 360 Quadratmeter großen Hauses, ein kleinerer Raum mit 25 Plätzen für Feierlichkeiten.

Pächter hat Mitspracherecht

In den oberen zwei Etagen warten außerdem sechs kleine Einraumwohnungen auf ihre Bewohner. „Ideal für ein Hostel oder kleine Ferienwohnungen“, ist Johanna Raue, Richards Schwester, überzeugt. Zurzeit braucht es aber noch etwas Fantasie um sich vorzustellen, wie im Sächsischen Hof bald Gäste ein und aus gehen. „Wir wollen uns bei der weiteren Einrichtung gern mit dem zukünftigen Pächter abstimmen“, ist sich Familie Raue mit Blick in den etwas kahl wirkenden Gastraum und die moderne Küche im Erdgeschoss einig.

Die Suche nach ernsthaften Interessenten stelle die ganze Familie vor eine große Herausforderung, wirft Vater Eberhard Raue ein. Der 61-jährige Bauunternehmer hatte das Gebäude 2013 gekauft, um gemeinsam mit seinen Kindern Richard und Johanna ein Projekt zu entwickeln. Noch heute erinnert er sich an gesellige Abende, die er vor Jahrzehnten im früheren Sächsischen Hof verbrachte. Über die Gründe für das mangelnde Interesse wollen Raues nicht spekulieren.

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„Es braucht jemanden, der sich hundertprozentig engagiert“, sagt Richard Raue. Sein Vater nickt zustimmend und ergänzt, dass man bisher trotz aller Bemühungen bei Gesprächen mit potenziellen Betreibern nicht mal bis zur Frage des Geldes gekommen sei. Dabei ließe sich über die Finanzierung reden. Einige Interessenten haben sich in der Vergangenheit schon über die Raue Bauunternehmung an die Familie gewandt.

Allesamt glauben fest an einen erfolgreichen Neustart des traditionsreichen Hauses. Wenn der richtige Gastwirt gefunden sei, dann werde der Sächsische Hof wieder zahlreiche Besucher anziehen und seine bewegte Geschichte fortschreiben.