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Gebetsteppiche ausgelegt - Entfernung empört Künstler

Wenige Stunden vor einer geplanten Kundgebung der Pegida hat ein Künstler vor der Frauenkirche 175 Gebetsteppiche ausgelegt. Inzwischen wurden diese wieder entfernt - der Künstler droht mit Klage.

© dpa

Dresden. Die Stadt Dresden hat eine Installation eines Mannheimer Künstlers, der kurz vor einer Pegida-Demonstration vor der Frauenkirche muslimische Gebetsteppiche ausgelegt hatte, entfernen lassen.

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Vom Mut, nicht wegzusehen.  

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Mitarbeiter der Stadtreinigung hätten die 175 Gebetsteppiche eingesammelt und mit zwei Lastwagen weggeschafft, sagte Kurt Fleckenstein, der mit der Aktion ein künstlerisches Zeichen für Offenheit und Toleranz setzen wollte, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Für Montagabend hat die islamkritische Pegida vor der Frauenkirche eine Kundgebung angemeldet.

„Wie sich die Stadt gebärdet im Umgang mit einer Kunstaktion, die sich kritisch mit Pegida auseinandersetzt, ist ungeheuerlich und entbehrt jeder Rechtstaatlichkeit“, zeigte sich Fleckenstein empört. Er sei weder aufgefordert worden, seine Installation selbst zu entfernen, noch hätten sich die Mitarbeiter der Stadtreinigung und des Ordnungsamtes ihm gegenüber für ihr Tun legitimiert.

Die Aktion sei durch die grundgesetzlich garantierte Kunstfreiheit gedeckt gewesen, meinte Fleckenstein. Er werde die Stadt wegen der Beseitigung seines Werks auf Schadenersatz verklagen. Ein Sprecher der Verwaltung sagte Radio Dresden, die nicht genehmigte „Sondernutzung“ habe nicht geduldet werden können, weil der Platz für eine andere Versammlung vorgesehen gewesen sei. (dpa)