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Gebhardt ist Linke-Spitzenkandidat für Landtagswahl

Sachsens Linke stellt ihre Kandidaten für die Landtagswahl auf. Vorneweg soll der Parteichef gehen. Sein Ergebnis ist allerdings eher durchwachsen.

© Wolfgang Wittchen

Leipzig. Partei- und Fraktionschef Rico Gebhardt führt die sächsische Linke in den Landtagswahlkampf. 134 von 190 Delegierten votierten bei der Vertreterversammlung in Leipzig am Samstag für den 50-Jährigen, wie die Partei mitteilte. Damit entfielen 70,5 Prozent der abgegebenen Stimmen auf Gebhardt. Gegen ihn stimmten 47 Delegierte, 9 enthielten sich.

Das Ergebnis ist nicht berauschend. Vor fünf Jahren war der damalige Spitzenkandidat André Hahn, den Gebhardt als Fraktionschef beerbte, mit 87,7 Prozent zum Linke-Spitzenkandidaten gekürt worden. Dennoch zeigte sich Gebhardt mit dem Ergebnis zufrieden. „Bei meiner Nominierung im Herbst habe ich erst 63 Prozent Zustimmung gehabt“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

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Seine Partei sieht er für den Wahlkampf gut aufgestellt. „Wir sind mit unseren Themen so nah an den Menschen wie selten zuvor“, sagte Gebhardt. Als Zielmarke gab er ein Ergebnis von 30 Prozent plus minus zwei aus. „In den Umfragen sind unsere Werte leicht steigend und nach der Wahl zeigt sich meist, dass wir besser abgeschnitten haben, als die Umfragen vorhersagten“, zeigte er sich zuversichtlich. 2009 hatte die Linke 20,6 Prozent der Stimmen erzielt, in Umfragen lag sie zuletzt unter der 20-Prozent-Marke.

Gebhardt rief die Partei in Leipzig zur Geschlossenheit auf. „Wir müssen gemeinsam sagen, wofür wir stehen.“ Für einen Politikwechsel - infrage kommt ein rot-rot-grünes Bündnis - sei eine starke Linke entscheidend. „Wenn man keine neue Monarchie will in Sachsen, dann hat man nur eine Möglichkeit, nämlich die Linke zu wählen. Wir stehen für soziale Gerechtigkeit, für sozialen Zusammenhalt und für soziale Sicherheit in diesem Land.“

Im schwarz-gelb regierten Sachsen wird am 31. August ein neuer Landtag gewählt. Gebhardt forderte seine Partei auf, mit Selbstbewusstsein in den Landtagswahlkampf zu gehen und auf eigene Erfolge zu verweisen. „Glaubt wirklich jemand, dass es einen gesetzlichen Mindestlohn gäbe ohne die Linke?“, fragte er. Weitere Punkte seien der Kampf gegen Rechtsextremismus oder der Umweltschutz. (dpa)