merken

Geblitzt wird viel zu wenig

„Blitz für Kids“ soll Autofahrer dafür sensibilisieren, welchen Gefahren besonders die kleinsten Verkehrsteilnehmer ausgesetzt sind – Christoph Scharf über die Gelben Karten für Raser.

© Lutz Weidler

Es ist ein deutliches Symbol, wenn Schulkinder und Verkehrspolizisten gemeinsam Autofahrern eine Gelbe Karte überreichen, die zu schnell vor Schulen unterwegs sind. Leider aber ist die Aktion „Blitz for Kids“ auch nicht viel mehr als ein schönes Symbol: Es reicht nicht aus, wenn an zwei Wochen pro Jahr verstärkt vor Schulen kontrolliert wird. Tatsächlich müssten Polizisten deutlich regelmäßiger den Verkehr überwachen.

Der Lerneffekt für den Autofahrer und damit die Wirkung für die Verkehrssicherheit ist am höchsten, wenn ertappte Raser gleich an Ort und Stelle rausgewunken werden. Und nicht Wochen später einen Brief mit einem Verwarngeld erhalten – so, wie es bei den Kontrollen der Ordnungsämter abgeht.

Anzeige
Hier wird die Zukunft entwickelt
Hier wird die Zukunft entwickelt

Spitzenforschung und Lehre auf hohem Niveau gibt es auch außerhalb von Großstädten und Ballungszentrum: nämlich an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Weiterführende Artikel

Gelbe Karte für Raser

Gelbe Karte für Raser

Vor der Grundschule in Niederau wurden die Schüler am Mittwochvormittag selbst zu Verkehrspolizisten.

Nur leider gibt es dafür schon seit Jahren viel zu wenig Polizisten in Sachsen. Die jetzt vom Ministerpräsidenten versprochenen „1 000 neuen Polizisten“ mögen zwar neue Beamte sein, sind aber keine zusätzlichen. Das ist ein feiner Unterschied: Die sachsenweit 1 000 neuen Uniformierten werden aller Voraussicht nicht einmal dafür ausreichen, die allein im Polizeirevier Riesa anstehenden Altersabgänge für dieses Jahr auszugleichen.

Was das für die Verkehrskontrollen bedeutet, kann man sich denken: Der Lerneffekt von „Blitz for Kids“ muss jetzt wieder für ein ganzes Jahr reichen.

E-Mail an Christoph Scharf