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Sachsen

Gebt den Kinderschützern endlich Geld!

Sexueller Kindesmissbrauch ist kein Kurzzeit-Projekt, sondern ein Dauerthema. Wer damit arbeitet, sollte nicht betteln müssen. Ein Kommentar.

© dpa/Montage: SZ-Bildstelle

Es ist ein Dauer-Skandal, den kaum jemand wahrnimmt. Zu weit weg, zu unvorstellbar, vielleicht zu eklig ist das Thema Kindesmissbrauch wohl für die Allermeisten. Dabei findet die sexuelle Gewalt gegen Kinder inmitten unserer Gesellschaft statt. In der Familie, Kitas, Schulen und Vereinen. Geschätzt eine Million Mädchen und Jungen sind in Deutschland davon betroffen und doch scheint man lieber wegzugucken. Vor allem die Politik.

Wenn nicht gerade große Aufregung um Sextäter in Kirchen, Klöstern oder auf Campingplatzen herrscht, wird das Thema lieber beschwiegen, taucht allenfalls immer mal in den Gerichtsspalten der Zeitung auf. Politiker belassen es oft bei reinen Sonntagsreden. Vielleicht, weil man mit dem Thema kaum Wahlen gewinnen kann.

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Aber egal, wie sehr man wegguckt: Sexueller Kindesmissbrauch ist kein Kurzzeit-Projekt, sondern ein schlimmes Dauerthema. Es braucht Strukturen und Geld, um wirksam dagegen zu kämpfen. Wenn der Beauftragte der Bundesregierung von einer unerträglichen Unterfinanzierung spricht, ist das noch mehr als freundlich ausgedrückt. Dass es in Sachsen gerade einmal fünf Beratungsstellen für Kindesmissbrauch gibt, ist ein Armutszeugnis.

Beratungsstellen wie Shukura in Dresden sollten nicht noch alle Jahre um das nötige Geld für ihre Arbeit betteln müssen, als ginge es um irgendein temporäres Stadtteilprojekt. Hier müssen Kommunen, Länder und der Bund andere Wege finden. In Sachsen ist dieses Jahr Landtagswahl. Die Staatsregierung verspricht mehr Geld für alle möglichen Dinge. Hier wäre ein Thema, dass wichtiger ist, als die meisten anderen.

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Erstens müssen solche Experten dauerhaft und sicher finanziert werden. Zweitens müssen deutlich mehr Stellen geschaffen werden, damit Lehrer, Erzieher und alle, die mit Kindern zu tun haben, von Experten richtig geschult werden können. Drittens müssen alle in unserer Gesellschaft für dieses Thema sensibilisiert werden, um Anzeichen von Missbrauch zu erkennen und entsprechend aktiv werden zu können.

Denn das Wohl, die Sicherheit und die Rechte der Kinder geht alle an.

E-Mail Tobias Wolf.