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Geburtstagsgeld für Kita

Eine Firma feiert Jubiläum und spendet die Geldgeschenke der Kita Gabenreich. Ideen für die Verwendung gibt es viele.

© Arvid Müller

Von Uta Büttner

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Weinböhla. Eine Vorstellung, wie viel 1 112 Euro sind und was man davon kaufen kann – hat kein Kind in der Weinböhlaer Kita Gabenreich. Doch als Erzieherin Esther Uhlmann am Freitag im Morgenkreis erzählt: „Damit wollen wir unseren Garten noch ein bisschen schöner machen – vielleicht mit einem kleinen Baumhaus. Oder wir kaufen eine schöne Couch zum Kuscheln“, bekommen die Kleinen große Augen.

Ohnehin ist dieser Morgen anders als sonst. Fünf Erwachsene sitzen im Morgenkreis, die die Kinder nicht kennen. Ein wenig bekannt kommen ihnen nur zwei Gesichter vor: Oma und Opa der kleinen Charlotte. Die beiden haben sich etwas Besonderes für die Kita einfallen lassen. Am 18. Januar feierten sie ihr 25-jähriges Firmenjubiläum Karosseriebau Rainer Hofmann in Weinböhla. Für die Feier mit etwa 150 Gästen hatten sie nur einen Wunsch: eine kleine Spende für die Kita. Und aus den kleinen Spenden wurde eine große: „Als Frau Lindemann“, die Kita-Leiterin, „das Geld zählte, war sie total perplex, dass so viel zusammengekommen ist“, erzählt Esther Uhlmann, die stellvertretende Leiterin.

Und dann stehen die Hofmanns auf und sagen zu den Kindern: „Wir haben euch heute etwas mitgebracht.“ Gespannt schauen die Kleinen, was die beiden hervorzaubern. Ein Junge fragt ganz leise, im Kindergemurmel untergehend: „Eine ganze Couch?“ – Eine Couch ist es nicht, aber ein großer Scheck. Als ihn Doris und Rainer Hofmann überreichen, sagt der Karosseriemeister: „Und wir freuen uns, dass unsere Kunden so lieb zu uns waren. Denn ihnen haben wir das zu verdanken.“ Mit Gesang und Tanz bedanken sich die Kinder. Mit dabei ist auch Bürgermeister Siegried Zenker: „Die Firma Hofmann ist inzwischen schon eine Institution in Weinböhla und wir sind froh und stolz, dass es zu dieser Symbiose mit der Kita gekommen ist.“

Rainer Hofmann gründete 1993 das Unternehmen. Zuvor war er angestellt. Doch bei „Null“ hat er mit seiner Selbstständigkeit nicht angefangen. Bereits zuvor reparierte er nebenberuflich Autos. „Somit hatte ich schon Kunden.“ Trotzdem stand Rainer Hofmann unter Druck, denn einen Meisterbrief hatte er noch nicht. Nur unter Auflagen der Handwerkskammer durfte er schon unternehmerisch tätig sein. 1994 legte er dann seine Meisterprüfung ab.

Ans Aufhören denkt der heute 68-Jährige – der noch in diesem Monat Geburtstag hat – noch lange nicht. „Ich arbeite so lange, wie es Spaß macht und es geht.“ Und großen Spaß macht es ihm noch. Das ist nicht zu überhören, wenn er von seiner Werkstatt, dem Werkzeug und den Reparaturen erzählt. „Ich stehe jeden Tag mit Freude auf.“ Von acht Uhr bis 21 Uhr steht er in der Werkstatt – das ist keine Seltenheit, erzählt Frau Doris. Wobei es schon weniger geworden ist. Freitags gönnen sich beide seit Kurzem einen Ruhetag. Doch „mein Mann hat einen Sprachfehler“, sagt Doris Hofmann und nach einer kurzen Pause ergänzt sie, „er kann nicht ‚Nein‘ sagen.“ Dann ist sie diejenige, die mal sagen muss, dass eine Reparatur nicht am gleichen Tag zu machen ist, verrät sie. Und ansonsten ist sie für die gesamte Organisation rund um das Geschäft zuständig – vom Putzen der Werkstatt über Papierkram bis hin zu den Finanzen. Rainer Hofmann ist dankbar, dass seine Frau ihm den Rücken für die Werkstatt freihält: „Ohne sie wäre ich schon pleite“, sagt er voller Lob.

Inzwischen sind die Kinder der Kita schon längst wieder beim Spielen. Bevor die Hofmanns gehen, äußern sie noch einen Wunsch: „Vielleicht macht unsere Aktion auch ein bisschen Schule.“