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Geburtstagsrunde auf dem Butterberg

Das 150-jährige Bestehen des Berggasthofes wurde mit einem historischen Spektakel gefeiert. Rund 5 000 Gästen kamen.

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Von Verena Mann

Der eigens zum 150-jährigen Jubiläum des Berggasthofes Butterberg georderte Butterberg-Express rollt pausenlos zwischen dem Altmarkt und dem Gipfel hin und her. Andere Gäste wandern oder radeln hinauf zum Hausberg der Bischofswerdaer oder nutzen den Shuttledienst ab dem Parkplatz. Auch Wolfgang Anders gehört zu den Gästen. „Ich stamme aus Stacha. Der Butterberg war immer mein Revier. Jetzt freue ich mich über all das, was den Besuchern hier geboten wird“, sagt der 61-Jährige. Er lebt seit gut 20 Jahren in Dresden und hat das Fest zum Anlass genommen, um seine Eltern in Stacha zu besuchen und um mit Lebensgefährtin Barbara und der vierjährigen Enkelin Alena einen Abstecher auf den Berg zu machen. In der kleinen Ausspanne im Waldpark macht das Trio Pause. Alena stellt sich geduldig in der Reihe der Kinder an, die sich von Janet Werner vom Chamäleon KultTourverein Bischofswerda ein lustig-buntes Gesicht schminken lassen. Wolfgang Anders kommt bei einem Bier ins Schwärmen. „Hier ist alles so schön geworden. Vor allem durch die Tiere im Waldpark ist das ein richtiger Anziehungspunkt.“

Noch vor der kleinen Rast hat Alena den Ritt auf dem Ponyrücken genossen, und für die Daheimgebliebenen haben die Drei auch schon ein Foto vor der historischen Butterbergkulisse machen lassen. Renate Tautermann, die Inhaberin des Geschäftes Foto-Skalla, hat immer wieder alle Hände voll zu tun, um den Fotowilligen in die historischen Kostüme zu helfen. Eine gute halbe Stunde später können sie ihr spezielles Mitbringsel abholen. Alena hat sich inzwischen in eine Herbstprinzessin verwandelt.

Historischer Markt

Auf dem historischen Markt setzen die Dresdner ihre Entdeckungsreise fort. Am Stand der Schönbrunner Kunstschmiede Aurin können die Besucher selbst mal den Schmiedehammer auf den Amboss sausen lassen. Nur ein Stückchen weiter staunen die Drei über den großen Hahn, die vielen Kaninchen und das Streichelgehege mit den braun-schwarzen Bergziegen. Historische Zweiräder, blank-gewienerte Kutschen und Oldtimer sind der nächste Anziehungspunkt. Nach den vielen Herumlaufen muss mal wieder etwas zum Stillsitzen sein. Der Bastelstand ist dazu ideal. Hier lässt Alena den Opa für sich arbeiten. Er schneidet die goldene Pappkrone zurecht, die der Herbstprinzessin noch fehlt.

Anlässlich des Jubiläums wurde die Bergbaude mit Turm bei einem ökomenischen Gottesdienst am Sonntagvormittag geweiht. Viele Gäste kramten in Erinnerungen. Sogar „die Russen“ kamen auf den Berg und übergaben einen Erinnerungswimpel an Butterbergchef Karl-Heinz John. Der war das ganze Wochenende über in seinem grauen Gehrock und mit Zylinder unterwegs. Mit dem Handy am Ohr managt er den Verkehr auf der Bergstraße und winkt, den Hut schwenkend, dem Zug nach, mit dem die drei Dresdener und andere zufriedene Gäste wieder talwärts fahren.