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Gedenken an den Zweiten Weltkrieg

Der September 1939 ist lange her. Und trotzdem sind noch immer einige Geschichten kaum bekannt – eine Ausstellung soll das ändern.

© Lutz Weidler

Von Antje Steglich

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Zeithain. Über den Kriegsalltag und die Konzentrationslager während des Zweiten Weltkrieges ist vieles bekannt, die Erlebnisse von Kriegsgefangenen dagegen gehören noch immer eher in den privaten Bereich, sagte Violetta Rezler-Wasielewska bei ihrem Besuch am Montag in der Gedenkstätte Ehrenhain in Zeithain. Sie ist Direktorin des Zentralen Museums für Kriegsgefangene Lambinowice-Opole im Südwesten Polens, das in der Ausstellung „Gefangenenportraits“ die unterschiedlichen Lebens- und Leidenswege von polnischen Kriegsgefangenen nachgezeichnet hat.

Denn zwischen 1939 und 1945 kamen Hunderttausende polnische Soldaten entweder in Gefangenenlager der deutschen Wehrmacht oder des sowjetischen NKWD – und haben an vielen Fronten mitgekämpft. „Die Rolle der Polen wird auch international viel zu wenig geschätzt. Sie haben einen großen Beitrag im Kampf gegen Nazi-Deutschland geleistet“, so der Leiter der Gedenkstätte Ehrenhain Jens Nagel.

Die Ausstellung ist derzeit in der Gedenkstätte Ehrehain zu sehen und rückte anlässlich des Beginns des Zweiten Weltkrieges vor 79 Jahren in den Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung in Zeithain. Das Interesse an den Schicksalen werde immer größer, und mit Blick auf die Zukunft sei es wichtig, nicht nur an den Krieg zu erinnern, sondern auch darüber zu lehren, so Violetta Rezler-Wasielewska vor zahlreichen Vertretern aus Politik und Gesellschaft. Sie dankte deshalb der Gedenkstätte Ehrenhain, die Ausstellung zeigen und im Rahmen der Gedenkveranstaltung vorstellen zu können.

Neben Vertretern der Kirche nahmen unter anderem auch Landrat Arndt Steinbach (CDU), die Bundestagsabgeordnete Susan Rüthrich (SPD) oder der Sprecher der polnischen Botschaft in Berlin, Dariusz Pawlos, daran teil. Im Anschluss reisten sie zum Soldatenfriedhof Neuburxdorf weiter, wo die im Kriegsgefangenenlager Zeithain gestorbenen, polnischen Kriegsgefangenen begraben liegen. Am Nachmittag schlossen sich eine Kranzniederlegung, ein Friedensgebet und ein Gesprächsabend mit dem Polnischen Institut in Leipzig an. Dort hat das Gedenken an den Kriegsbeginn am 1. September 1939 bereits Tradition, so Jens Nagel. Mit Veranstaltungen wie in Zeithain wolle man das künftig etwas breiter in der Region aufstellen.

Die Ausstellung „Gefangenenportraits. Lebenswege polnischer Kriegsgefangener“ wird noch bis Oktober in der Gedenkstätte Ehrenhain in Zeithain gezeigt.