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Gedenken, Diskussionen und Neonazi-Aufmarsch

Die Polizei hat schon vor dem 13. Februar mit dem Thema zu tun. Sie rechnet in Dresden auch mit Konfrontationen. 

© René Meinig

Den ersten Ärger gab es in diesem Jahr schon zwei Tage vor dem 13. Februar. Unbekannte haben am Wochenende zwei Mahnmale für die Toten des Zweiten Weltkriegs beschmiert. Die Polizei ermittelt. Zugleich bereiten sich die Beamten auf Großeinsätze am Mittwoch und am Freitag vor. Kulturinitiativen gaben am Montag den Auftakt zu Gesprächs- und Gedenktreffen.

Schmierereien gegen das Gedenken an Kriegstote in Dresden

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Am Sonnabend oder am Sonntag haben Unbekannte ein Mahnmal auf dem Heidefriedhof beschmiert. Mit schwarzer Farbe haben sie „Täterinnen“ auf den Stein geschrieben. Den gleichen Schriftzug hinterließen sie auf einem Denkmal für die Opfer der Luftangriffe. Was die Reinigung der Steine kostet, ist noch nicht bekannt. Die Polizei ermittelt.

Schwerpunkt ist am 13. Februar der Neumarkt

Am Mittwoch plant die Polizei einen Großeinsatz, bei dem es vor allem um den Neumarkt geht. Mehrere Veranstaltungen sind dort geplant, unter anderem führt die Menschenkette über den Neumarkt. Nahe der Frauenkirche werden sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und seine Amtskollegen aus Coventry und Breslau in die Menschenkette einreihen. Außerdem findet auf dem Neumarkt wieder das Gedenken vor der Frauenkirche statt, bei dem Kerzen aufgestellt werden können. Renè Demmler, der amtierende Chef der Polizeidirektion Dresden, setzt an diesem Tag vor allem auf Kommunikationsteams. Sie sollen ansprechbar sein, „um mögliche Spannungen gar nicht erst aufkommen zu lassen.“ Die Polizei habe keine Hinweise auf einen rechten Aufzug an diesem Tag.

Rechter Aufmarsch soll am Freitag stattfinden

Mit 500 Teilnehmern plant Maik Müller, Stadtbezirksrat der NPD, beim sogenannten „Gedenkmarsch“ am Freitag. Sie wollen sich um 18.30 Uhr am Skaterpark an der Lingnerallee treffen und in diesem Jahr wieder durch die Innenstadt laufen. Die Polizei rechnet mit Protest, mehrere Gegenveranstaltungen sind geplant. So ruft zum Beispiel Dresden-Nazifrei dazu auf, sich gegen diesen Aufmarsch zu stellen. So „ungemütlich wie möglich“ solle es für die Nazis werden, heißt es in dem Aufruf. Ziel sei, Nazi-Propaganda überall komplett zu verhindern. „Im Gegensatz zum 13. Februar haben wir es am Freitag mit einer konfrontativen Versammlungslage zu tun“, sagt Polizeidirektor Demmler. Er geht davon aus, dass die Gegner der Rechtsextremen versuchen, deren Aufzug zu blockieren. „Solange der Protest friedlich und gewaltfrei ist, werden wir als Polizei für Gegendemonstranten einen Protest in Hör- und Sichtweite gewährleisten“, kündigt er an.

Mobile und stationäre Aktionen zur Dresdner Erinnerungskultur

Dieses Mal kommen die Künstler zu den Dresdnern. Mit einem Doppeldeckerbus ist die Initiative Weltoffenes Dresden (WOD) in dieser Woche in der Stadt unterwegs. Künstler haben den Bus mit ihren Arbeiten ausgestattet, Filme laufen auf Monitoren, Kästner-Bücher geben Denkanstöße. Auf zwei Schreibmaschinen können die Besucher ihre Gedanken tippen, Theaterschauspieler laden zu kurzen Mitspielaktionen ein und bieten Gespräche an, auch Musik spielt eine Rolle. WOD, eine Initiative, die von etwa 80 Gruppen und Institutionen unterstützt wird, will den Meinungsaustausch zum Gedenken voranbringen. Dieses Ziel hat auch die Initiative Memorare Pacem. Sie lädt täglich in die Centrum Galerie ein, wo unter der Überschrift „Große Auswahl“ darüber nachgedacht und diskutiert werden soll, welche Erinnerungen aus der Vergangenheit für die Zukunft der Stadt wichtig sind. Start war am Montagmittag, Schüler aus dem Bertolt -Brecht-Gymnasium diskutierten dabei unter anderem mit Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) und Gerhard Ehninger vom Bündnis Dresden.Respekt über Erinnerung und Zukunft.

Das fünfte Nagelkreuz für eine Dresdner Einrichtung

Die Kreuzkirche und die Frauenkirche, die Diakonissenanstalt und die Kirche Maria am Wasser haben bereits das Nagelkreuz aus Coventry. Es gilt als Zeichen für Versöhnung. Ursprung ist ein Kreuz, das aus drei Zimmermannsnägeln der von Deutschen zerstörten Kathedrale von Coventry zusammengesetzt war. Einen Tag vor dem 13. Februar wird auch die Busmannkapelle in die Reihe der Nagelkreuzorte aufgenommen. Bischof Christopher Cocksworth ist aus Coventry angereist, um das Nagelkreuz zu übergeben.

Alle Veranstaltungen: www.13februar.dresden.de