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Riesa

Gedenken gestrichen

Ausgerechnet 75 Jahre nach der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain darf nicht gefeiert werden.

Gedenken mit Fahnen, Kränzen und Uniform - das Bild wird es dieses Jahr in Zeithain nicht geben.
Gedenken mit Fahnen, Kränzen und Uniform - das Bild wird es dieses Jahr in Zeithain nicht geben. © Archiv/Sebastian Schultz

Zeithain. Die Corona-Krise hat jetzt schon Auswirkungen, die über die nächsten Wochen hinausreichen: Die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain sagt bereits jetzt die Gedenkfeier ab, die für den 23. April 2020 geplant war. Dann jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain.

Die Veranstaltung müsse mit großem Bedauern abgesagt werden, heißt es. Mit dem Landesverband Sachsen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der als Mitveranstalter fungiert hätte, prüfe man, den besonderen Jahrestag trotz der aktuellen Situation ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

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Möglicherweise wird die Gedenkfeier nachgeholt. Vielleicht gibt es aber auch andere Formen der Erinnerung - wie ein stilles Gedenken vor Ort unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Maßnahmen im Internet oder über Social Media.

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten bittet alle Überlebenden und Angehörigen, alle Besucher sowie alle Kooperationspartner um Verständnis für diese Entscheidung.

Keine Führungen, keine Workshops

Gleichzeitig teilt die Stiftung mit, dass die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain ab sofort bis einschließlich 19. April für den öffentlichen Publikumsverkehr geschlossen bleibt. Man habe sich dazu entschieden, alle Einrichtungen in eigener Trägerschaft zu schließen, um der Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen.

Bis vorerst 30. April sind auch alle Gruppenführungen, Projekte, Workshops und öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. Die Gedenkstätte ist aber weiterhin durch Mitarbeiter besetzt, sodass Anfragen per Post, E-Mail und Telefon entgegengenommen und bearbeitet werden können. 

Im Kriegsgefangenenlager Zeithain waren bis 1945 rund 25.000 bis 30.000 sowjetische und mehr als 900 Kriegsgefangene aus anderen Ländern – vor allem aus Italien – gestorben. Gründe waren vor allem mangelhafte Ernährung und katastrophale hygienische Bedingungen. (SZ)

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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