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Riesa

Gedenkstätte erinnert an KZ-Außenlager

Insgesamt 13 Freiwillige arbeiten derzeit für den Ehrenhain. Nun trafen sie auch einen Zeitzeugen, der eine Erschießung miterlebte.

Die Gedenkstätte Ehrenhain erinnert an die ermordeten Häftlinge des KZ-Außenlagers Gröditz. ©  Sebastian Schultz

Gröditz/Koselitz/Zeithain. Kein Ort im Altkreis Riesa steht symbolischer für die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges als die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain. Seit Jahren erinnert man dort an die unzähligen Kriegsverbrechen. Doch derzeit stellt die Gedenkstätte auch andere Orte in der Region in den Fokus. 

Aus diesem Anlass besuchten am Dienstag insgesamt 13 Freiwillige aus sieben Ländern das Denkmal für die ermordeten Häftlinge des KZ-Außenlagers Gröditz in Koselitz. Dort trafen sie unter anderem auf Reiner Eltzsch, der als siebenjähriger Junge die Erschießung im Lager miterlebt hat und den Freiwilligen als Zeitzeuge über seine Erlebnisse berichtete.

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Laut Angaben der Gedenkstätte fand in Koselitz während der NS-Herrschaft die größte Mordaktion der SS an KZ-Häftlingen auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen statt. Unmittelbar nach Beginn der Offensive der Roten Armee an Oder und Neiße in Richtung Berlin selektierten eigens zu diesem Zweck aus Dresden angereiste Gestapo-Beamte kranke, nicht mehr transportfähige Häftlinge, die am 17. April 1945 in Koselitz erschossen wurden. 

Zuvor waren sie zur Zwangsarbeit in das Stahlwerk Gröditz gebracht worden, wo sich seit Ende September 1944 ein Außenlager des KZ Flossenbürg befand. Die Häftlinge sollten bei der Produktion von Flugabwehrgeschützen mitwirken. Etwa 1.000 Menschen kamen deshalb nach Gröditz. 

Mindestens 220 Häftlinge starben nahe der Röderstadt, überwiegend infolge einer Typhusepidemie. Bei Heranrücken der Roten Armee wurden im Zuge der Evakuierung der Häftlinge weitere 186 in Koselitz in einer Kiesgrube erschossen.

Im Rahmen des 17. internationalen Freiwilligen-Workcamps erinnert die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain derzeit auch an diese Kriegsverbrechen. Zudem arbeiten die 13 Freiwilligen an den Einrichtungen und Gräbern der Gedenkstätte. (SZ)

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