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Gedenktafel für den Anstaltsfriedhof

Das Kuratorium Sonnenstein erinnert mit dem Schild an die einstige Begräbnisstätte, von der nicht mehr viel übrig ist.

© Kuratorium Sonnenstein

Von Thomas Möckel

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Pirna. An der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein ist vor Kurzem unter reger Beteiligung eine Informationstafel für den ehemaligen Anstaltsfriedhof eingeweiht worden. Nach Auskunft des Vereins „Kuratorium Sonnenstein“ befindet sich das Schild an der Mauer links neben der Gedenkstätte am Abzweig zum Panoramaweg.

Laut des Vereins war bereits zur Eröffnung der Heil- und Pflegeanstalt auf dem Pirnaer Sonnenstein im Jahr 1811 ein Anstaltsfriedhof angelegt worden. Dieser Begräbnisort diente sowohl Patienten als auch Beamten, die in der Heilstätte arbeiteten, sowie ihren Angehörigen als letzte Ruhestätte. Nachdem die Anstalt im Oktober 1939 aufgelöst worden war, wurde auch der Friedhof offiziell geschlossen. Allerdings wurde er von 1940 bis 1942 nochmals für verstorbene Insassen des Lagers für Volksdeutsche genutzt. „Zur gleichen Zeit wurde nur wenige hundert Meter weiter die Asche der in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordeten Menschen würdelos am Elbhang abgekippt“, sagt Andrea Burghardt, Vorstandsmitglied des Vereins „Kuratorium Sonnenstein“. Die Nationalsozialisten ließen in den Jahren 1940 und 1941 auf dem Sonnenstein etwa 15 000 Menschen ermorden. Es waren vorwiegend psychisch Kranke und geistig Behinderte, am Ende auch Häftlinge aus Konzentrationslagern. An sie erinnert seit 2011 ein sieben Meter hohes Kreuz aus Stampfbeton. Auf diese Art sollen die verschiedenen Ascheschichten symbolisiert werden.

Der einstige Anstaltsfriedhof wurde in den 1950er-Jahren zerstört und eingeebnet. Nach Aussage des Kuratoriums ist von der Anlage der Begräbnisstätte heute kaum mehr etwas zu erkennen. Lediglich einige Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert konnten noch geborgen werden. Mithilfe der Stadt Pirna, des Kuratoriums sowie der Sozialen Arbeitsprojekte Sonnensein gGmbH konnten diese zumindest gesichert werden. Besucher können die geretteten Grabsteine nun unter einem Schutzdach, das gleich neben der Informationstafel errichtet wurde, besichtigen.