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Gedenktafel für Kapellmeister

Eine Sandsteinplatte am Haus Marktgasse 2 wird bald an den Pirnaer Karl Heinz Hanicke erinnern.

© Foto: Archiv Salzmann

Von Peter Salzmann

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Pirna. Er forderte Disziplin von Solisten, Chören und Orchestern gleichermaßen. In den Proben stampfte er schon mal unüberhörbar mit den Füßen den Takt, klatschte den Rhythmus mit den Händen. Der Künstler demonstrierte exaktes Klavierspiel, forderte unerbittlich Leistung. Dynamik, Akkuratesse und große Musikalität waren seine Markenzeichen. Karl Heinz Hanicke – geboren am 29. Dezember 1921 in Pirna, gestorben am 23. Februar 2013 in Dresden, hat als Kapellmeister, Chorleiter und Pianist Musikgeschichte geschrieben.

„Unvergessene Jahre“ nannte Hanicke die Zeit bis 1953. Er leitete mit pädagogischem Geschick Volkschöre in Pirna, Königstein, Struppen und Rathmannsdorf. Die Sächsische Zeitung schrieb im Februar 1952 über ein Konzert des Königsteiner Chores im „Deutschen Haus“: Der Chor habe „einen Chorleiter gefunden, der in unermüdlicher Kleinarbeit seine Sänger zu immer besseren Leistungen führt“ und der den „Chor zu klingendem Leben“ bringt.

Eintrag ins Guiness-Buch

Am 16. Mai 1953 spornte Hanicke 30 Musiker des „Euphonia“-Orchesters und 500 Laiensänger in den Pirnaer Tannensälen mit den unsterblichen Strauß-Melodien „An der schönen blauen Donau“ zu einer Leistung an, die brausenden Beifall herausforderte. In der „Tanne“ übrigens wirkte Hanicke unter Intendant Hans Kram als Repetitor und Dirigent am „Vereinigten Theater Pirna/Heidenau“ – ein Ensemble, das unter Leitung von Herbert Burkhardt mit einem 40-köpfigen Orchester und guten Solisten bemerkenswerte Inszenierungen zuwege brachte, das in Pirna und auf der Felsenbühne Rathen für Furore sorgte.

Hanicke folgte 1954 dem Ruf an die Staatsoperette Dresden. Damit begann seine Glanzzeit am heiteren Musiktheater der Elbmetropole. Sein Wirken als Chordirektor, Kapellmeister und kurzzeitig auch als musikalischer Oberleiter gipfelte in einer Eintragung ins Guinness-Buch der Rekorde: 446 Mal in Folge stand er bei „My-Fair-Lady“-Aufführungen in Dresden-Leuben am Pult – eine einmalige Leistung im deutschsprachigen Raum. Sie bescherte dem Künstler auch den „Goldenen Taktstock“ des DDR-Fernsehens, am 29. Mai 1987 von Hans-Joachim Wolfram in der TV-Reihe „Wennschon – Dennschon“ überreicht.

Bei 6 000 Aufführungen stand Karl Heinz Hanicke am Dirigentenpult. 85 Einstudierungen legten die Intendanten in seine Hände, zuletzt die Komödie „Cyprienne“. Ab 1978 dirigierte Karl Heinz Hanicke den Sächsischen Bergsteigerchor „Kurt Schlosser“ Dresden, dem er im Bündnis mit dem Künstlerischen Leiter, Chordirektor Werner Matschke, und Axel Langmann bis 2003 ein unentbehrlicher Musikpädagoge und geselliger Freund geworden war. Gefeiert wurde der Chor nicht nur im Dresdner Kulturpalast, sondern bei großen Konzerten auch in Sofia, Leningrad, in Kanada und den USA. Die „Sächsische Zeitung“ urteilte über ein Konzert des Chores in Reinhardtsgrimma: „Hanickes Körpersprache zu beachten, ist ein Genuss, wobei er mit agogischen Abstufungen großartig zu musizieren versteht.“

Am 9. März wird an Hanickes Geburtshaus in der Marktgasse 2 in Pirna eine Sandsteingedenktafel enthüllt. An dem Zeremoniell werden der Bergsteigerchor und Vertreter der Stadt Pirna sowie der Staatsoperette Dresden teilnehmen.