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Geduldsspiel auf der B 169

Seit dieser Woche ist auf der rechten Elbseite die Hälfte der Fahrspuren dicht. Nicht jeder hält sich an die Regeln.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf & Antje Steglich

Riesa/Zeithain. Wer im Berufsverkehr von Riesa aus über die Elbe will, braucht Geduld. Viel Geduld. Denn seit Dienstag früh wird der Verkehr auf die Hälfte der Fahrbahnen eingeschränkt. Grund sind Sanierungsarbeiten an der Fahrbahn zwischen Elbbrücke und der Einfahrt zu den ard-Baustoffwerken. Im Normalfall rollt der Verkehr trotzdem halbwegs flüssig: Obwohl dort jetzt streckenweise Tempo 50, teils sogar 30 gilt, kann es vorkommen, dass die Kolonne trotzdem mit 70 durch die Baustelle fährt. Nicht aber im Berufsverkehr. Nachmittags staut sich der Verkehr aus Richtung Riesa schnell durch die Chemnitzer Hohle zurück.

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Die Ursache dürfte zum einen die hohe Verkehrsbelastung der Straße sein: Zuletzt waren auf dem Abschnitt binnen 24 Stunden mehr als 20 000 Fahrzeuge unterwegs, davon rund 2 600 Schwerlastfahrzeuge. So hatte es die Straßenverkehrszählung 2015 ergeben, aktuellere Zahlen gibt es nicht. So viele Autos wie dort sind nirgends sonst im Raum Riesa unterwegs.

Außerdem dürften von der B 169 abbiegende Autos das Problem vergrößern. Im Baustellenbereich gibt es drei wichtige Kreuzungen: den Abzweig nach Bobersen, die Einfahrt zur S 88 nach Röderau und die Ampelkreuzung Röderau/Moritz. Wer aus Richtung Riesa kommt, darf jetzt nur noch nach Bobersen links abbiegen.

Nach SZ-Informationen halten sich aber nicht alle Autofahrer dran – und biegen auch an den anderen Stellen nach links Richtung Röderau ab, um nicht den Umweg über Zeithain nehmen zu müssen oder an der wieder freigegebenen Rampe Richtung Nünchritz einen Kringel zu fahren. Die Folge allerdings ist ein größerer Rückstau: Denn separate Linksabbiegespuren gibt es durch die Enge nun nicht mehr, sodass jeder haltende Pkw den Verkehr hinter sich blockiert. Legal ist das nur am Abzweig Bobersen – und selbst das regt Leute auf. „Wie kann man den Abzweig Bobersen aus Richtung Riesa offenlassen?“, fragt sich etwa Facebook-Nutzerin Uta Bach auf dem Auftritt von SZ.Riesa. „Lasst sie bis Abzweigung Nünchritz fahren und dann rumdrehen. Allemal besser, als 30 Minuten Stau.“

Mit dieser Situation müssen Pendler jetzt voraussichtlich zwei Wochen lang leben – so lange soll die Fahrbahnsanierung dauern. Laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) soll bis Donnerstag die Fahrbahn Richtung Zeithain abgefräst werden, am Freitag, 13. April, erfolge der Einbau der neuen Deckschicht. Die Anbindung nach Moritz, Mühlenhäuser Straße, werde an diesem Tag für den Anliegerverkehr voll gesperrt, da der Asphalteinbau über den Knoten Moritz hinweggeht.

Auf der B 169 wird aber immer eine Spur je Richtung zur Verfügung stehen, so Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Am 14. April würden dann die Fahrbahnmarkierungen aufgebracht und am 16. April bereits die Arbeiten auf der Fahrbahn Richtung Riesa beginnen. Zwei Tage seien für das Abfräsen den Aufbruch von Teilen der Betonfahrbahn geplant, bereits am 20. und 21. April solle der neue Asphalt eingebaut werden. Für die Woche vom 23. zum 27. April stehen laut Lasuv dann noch Restarbeiten an – zum Beispiel das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen. Wichtigste Voraussetzung: Das Wetter muss mitspielen.

Facebook-Nutzer Uwe Kaufmann schimpft allerdings, den ganzen Dienstag über – keinen Bauarbeiter an der Strecke gesehen zu haben. „Die zwei Wochen könnte man sicher reduzieren, wenn auch in der Nacht asphaltiert würde.“