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Gefährliche Kurve in Gesundbrunnen

Eine SZ-Leserin wünscht sich ein Halteverbot an einer schwer einsehbaren Stelle. Die Stadt setzt hingegen auf die Vernunft der Anwohner.

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© Carmen Schumann

Von Frances Scholz

Wenn Johanna Schüler mit ihrem Auto aus der Innenstadt in ihren Stadtteil Gesundbrunnen fährt, dann graut es ihr immer vor einer ganz bestimmten Ecke. Eine Kurve auf der Frederic-Joliot-Curie-Straße. „Die Kurve ist einfach schlecht einsehbar. Sie befindet sich in Höhe der Hausnummer 31“, sagt die SZ-Leserin.

Doch nicht nur die schlechte Einsehbarkeit ist ein Problem. „Hinzu kommt, dass an dieser Stelle immer wieder Autos parken, obwohl dort Parkverbot ist“, sagt Johanna Schüler. Sie hatte sogar schon einen Unfall in dieser Kurve. „Ein anderes Auto parkte dort und der Fahrer hatte seine Tür offen, das war einfach nicht zu sehen und so bin ich gegen die Autotür gefahren“, sagt sie. Für Johanna Schüler ist nicht nachvollziehbar, wieso an so einer schlecht einsehbaren Stelle nicht automatisch ein Halteverbot festgelegt wird. Mit ihrem Anliegen wendet sie sich an die Stadtverwaltung. „Allerdings habe ich eine komische Antwort bekommen. Im Ordnungsamt meinte man, das sei Sache der Anlieger. Sie dürfen dort einfach nicht länger als drei Minuten halten. Man solle sich in diesem Fall untereinander kümmern.“

Bei der Stadtverwaltung weiß man nichts zu der Anfrage von Johanna Schüler. „Ein Gespräch, bei dem es um die Kurve der Curiestraße in Höhe Hausnummer 31 ging, ist nicht bekannt. Vielleicht lag ja auch ein Missverständnis hinsichtlich des genauen Ortes vor“, vermutet Stadtsprecher André Wucht. Richtig sei, dass auf der Curiestraße in Höhe der Hausnummer 31 auf der am Gehweg gelegenen Seite der Straße Parkverbot gelte. Autofahrer sollten an solch schlecht einsehbaren Stellen ihre Geschwindigkeit immer an die Sichtverhältnisse anpassen. Zudem liege die Frederic-Joliot-Curie-Straße in einer Tempo-30-Zone. „Für ein Halteverbot sind deshalb keine zwingenden Gründe ersichtlich“, erklärt André Wucht.

Überdies würde ein Halteverbot dazu führen, dass die Anwohner nicht einmal zum Entladen ihrer Fahrzeuge dort halten könnten. Auch auf der Frederic-Joliot-Curie-Straße würden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Streife laufen und kontrollieren, ob es Verstöße beim Parken gibt. „Ein weitergehender Handlungsbedarf besteht nach unserer Bewertung nicht“, sagt der Stadtsprecher.