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Gefährliche Radfahrt

Schon seit zwei Jahren dürfen die Bautzener gegen die Einbahnstraße radeln. Doch das funktioniert nicht überall.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Bautzen. Wenn Marcus Rößner auf Arbeit fährt, dann setzt er sich nicht hinters Steuer, sondern schwingt sich auf den Sattel seines Fahrrades. Ohne lange im Stau zu stehen, kommt er so bequem durch Bautzens Innenstadt. Eigentlich gefällt ihm die tägliche Fahrt mit dem Rad. Doch an einer Stelle muss er höllisch aufpassen.

Will er den kürzesten Weg zur Arbeit nehmen, dann muss er in die Kurt-Pchalek-Straße einbiegen. Diese Einbahnstraße darf er als Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung nutzen. Das Problem ist nur: Nicht alle Autofahrer nehmen Rücksicht. „Es gibt zwar eine Beschilderung, allerdings scheinen viele Autofahrer diese nicht zu erkennen“, erklärt er. Die Parkplätze am Rand der Straße verschärfen das Problem. Autofahrer können dort parallel zur Fahrbahn parken. Rößner hat aber oft beobachtet, dass die Autos mit einem halben Meter Abstand zum Bürgersteig abgestellt werden. Dieses Verhalten der Autofahrer engt die ohnehin schmale Straße zusätzlich ein.

Beschilderung reicht nicht aus

Der Radfahrer berichtet von vielen brenzlichen Situationen, die er dort schon erlebt hat und von Beinahe-Unfällen, die er nur durch ein riskantes Brems- oder Ausweichmanöver verhindern konnte. Der Bautzener ist sich sicher, dass die Beschilderung an dieser Stelle nicht ausreicht. Auch könne man jene Markierung nicht mehr richtig erkennen, die anzeigt, dass Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind. Marcus Rößner ist nicht der Erste, der auf dieses Problem hinweist. Schon bei der Einführung der Regelung vor zwei Jahren gab es Diskussionen. Kritiker hatten darauf hingewiesen, dass viele Straßen in der Innenstadt eng sind und es zu Problemen mit Autofahrern kommen kann. Der Bautzener Fahrradclub (ADFC) hatte sich damals hingegen für die Regelung ausgesprochen. Schließlich eröffne sie Radfahrern neue Wege in der Stadt.

Die Stadtverwaltung erklärt, dass es bisher mit der Regelung keine Probleme gab. Man gehe davon aus, dass die Autofahrer auf entgegenkommende Radfahrer Rücksicht nehmen. Auch sei eine zusätzliche Markierung bei Tempo-30-Zonen nicht notwendig, heißt es aus dem Rathaus. Für die Kurt-Pchalek-Straße habe man sich aber dazu entschlossen, die Markierung im Frühjahr noch einmal vorzunehmen.