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Gefährliche Zebrastreifen

Es gibt nur noch zwei Übergänge für Fußgänger in Zittau. Ersetzt wurde der Rest durch Ampeln.

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© Thomas Eichler

Von Rolf Hill

Zittau. Zwei Besonderheiten des Zittauer Straßenverkehrs finden sich an der Christian-Keimann-Straße sowie an der Brückenstraße, Ecke Max-Müller-Straße, in Zittau-Ost. Es handelt sich um die einzigen durch den sogenannten Zebrastreifen gekennzeichneten Fußgängerübergänge in Zittau überhaupt. Doch das war nicht immer so. Erste Maßnahmen der Regulierung des Verkehrs wurden schon in den 1960er Jahren besonders in der Innenstadt und am Ring getroffen. So wurde dieser zur Einbahnstraße. Erste Verkehrsampeln wurden installiert. Am Rand aber blieb vorerst alles beim Alten. Hier gab es auch mehrere Fußgängerüberwege.

Doch nicht nur in der Zittauer Innenstadt nahm im Laufe der Jahre der Verkehr erheblich zu. Siegfried Vetter, damals junger Verkehrsingenieur beim Volkspolizeikreisamt Zittau, erinnert sich: „Wir entschlossen uns, gemeinsam mit der Stadtverwaltung, zur Schaffung eines Außenrings, um den Verkehrsstrom Richtung Gebirge, Görlitz, Löbau gar nicht erst in die Stadtmitte hineinzulassen.“ Damals stellte man auch fest, dass besonders die Fußgängerüberwege für zusätzliche Gefahren sorgten. Unfallanalysen zeigten tatsächlich immer wieder irreguläres Verhalten auf beiden Seiten. Unangepasste Fahrweisen durch Kraftfahrer sowie ein von Sorglosigkeit gekennzeichnetes „Inseldenken“ mancher Fußgänger scheinen ihm Recht zu geben. „Damals konnten wir zum Glück fast alle diese Überwege durch Lichtsignalanlagen ersetzen“, erzählt Vetter. Der an der damaligen Bruno-Schröter-Straße bildete eine Ausnahme. Trotzdem konnte man den Übergang nicht völlig liquidieren, da sich mit dem Aufbau des Wohngebiets Zittau-Ost der Zustrom von Kindern zur damaligen 2. POS, der heutigen Parkschule, verstärkte.

Das bestätigt auch Heike Kubiak, Referatsleiterin Verkehrsbehörde in der Zittauer Stadtverwaltung. Nach ihrer Einschätzung spiele die sogenannte „Fußgängerachse“ Zittau-Ost eine wichtige Rolle. Mit den beiden Überwegen sollten die Fußgänger aus diesem Wohngebiet über die Max-Müller-Straße eine sichere Verbindung zum Zentrum haben. Heute ist mit dem Rückbau dieser Plattensiedlung eine neue Situation entstanden, doch muss andererseits auch dem starken Verkehr auf der Hauptstraße in Richtung Kaufland Rechnung getragen werden.