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Gefährliche Zerstörungswut

© Marko Förster

Auf der Baustelle der Pirnaer Südumfahrung beschädigten Unbekannte Brückenspannseile. Jetzt droht Bauverzug.

Von Christian Eissner

Ärger für die Baufirmen an der Pirnaer Südumfahrung: In der Nacht zum Montag hatten Unbekannte versucht, in Baucontainer einzubrechen und außerdem zwölf stählerne Brückenspannseile beschädigt. Der Einbruch in die Container misslang, viel schlimmer sind die Schäden an den Spannseilen.

„Der Spannstahl ist verantwortlich für die Tragfähigkeit der künftigen Brücke über die Seidewitz“, erläutert Südumfahrungs-Bauleiter Ulrich Gawlas. Die dicken Seile aus Spezialstahl waren in mehreren Rollen auf einem Lkw angeliefert worden. Sie werden in die Brückenkonstruktion eingezogen und gespannt, nachdem der Brückenbeton getrocknet ist. Wären die beschädigten Seile eingebaut worden, hätte möglicherweise die komplette Brücke direkt nach dem Bau wieder abgerissen werden müssen.

Am Donnerstag wird laut Gawlas der Schaden an den Seilen von Fachleuten begutachtet. Dann wird entschieden, ob die Seile noch verwendet werden können oder neu bestellt werden müssen. Da es sich um Sonderanfertigungen handelt, drohen in letzterem Fall zwei Wochen Bauverzug. Gawlas hofft, dass es soweit nicht kommt. Arbeiter hatten die Schäden am Montagmorgen entdeckt und die Polizei verständigt.

Pirnas 3,8 Kilometer lange Südumfahrung wird einmal vom Autobahnzubringer bis zur B 172 hinter dem Sonnenstein führen. Von der Umgehungsstraße steht bereits die Brücke über die Zehistaer Straße, im August soll die Brücke über die Seidewitz gebaut werden. Die Gesamtkosten für die Südumfahrung liegen nach jetziger Kalkulation bei rund 97 Millionen Euro, die Trasse soll 2022 fertig sein.