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Gefährlicher Spielplatz an der Faunhöhe?

Kippen und Kronkorken sind noch das geringste Übel auf dem Gelände. Die Stadt kann nur immer wieder wegräumen.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Der Sonntagnachmittag brachte die letzten Sonnenstrahlen des Wochenendes. Tina Wachs wollte mit ihren Kindern auf den Spielplatz am Naturerlebnisbad und war wiederholt entsetzt: „Das Gelände kann nur noch teilweise als Kinderspielplatz bezeichnet werden“, schimpft die junge Mutter. „Immer wieder findet man Überbleibsel von so manchen Halbstarken: Kippenstummel und Kronkorken sind in diesem Fall noch das geringste Übel“, sagt sie.

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Was verboten ist, ist eindeutig.
Was verboten ist, ist eindeutig. © Klaus-Dieter Brühl

Vor allem liegen zahlreiche Flaschen herum. Für kleine Kinder sei das gefährlich, auch für Eltern oder Großeltern ist ein Aufenthalt dann keine Entspannung mehr. Den Großenhainer Bauhofleuten ist das Problem hinlänglich bekannt. Besonders am Wochenende, vor allem Samstagabends, wird der Spielplatz zum Treff für Teenies. Schon am Freitag kontrolliert der Bauhof deshalb den Platz, und montags jede Woche oder aller zwei Wochen noch einmal.

„Wir haben diesmal viele leere Flaschen gefunden“, sagt Spielplatzverantwortlicher Dennis Hentschel. Auch Müll lag herum, Bänke waren umgesetzt. Dabei sei es jetzt gar nicht schlimm gewesen. Es kam schon vor, weiß Bauhofchefin Kerstin Mai, dass Schrauben in Knöchelhöhe auf dem Balancierseil herausgedreht wurden. Das ist dann für Kinder wirklich gefährlich.

Vor Jahren nutzte jemand die Rutsche sogar mehrfach als Toilette. Die Stadtverwaltung setzte eine Belohnung von 100 Euro aus und konnte den Verursacher tatsächlich ermitteln. Doch auch die ständigen Zerstörungen am Faundenkmal, als das noch auf der Faunhöhe nebenan stand, brachten die Stadtmitarbeiter in Rage. Wissen die Großenhainer nicht mehr, dass sie den Spielplatz der Gartenschau verdanken?

Der Bauhof kann ihn immer nur kontrollieren und beräumen. Wüster noch sähen derzeit der ehemalige Grillplatz an der Festwiese und der Skaterpark aus, heißt es. Viel Müll gibt es auch auf dem Spielplatz im Wohngebiet Kupferberg. „Der Mitarbeiter für die Entleerung der Papierkörbe hat nach den Wochenenden jede Menge Arbeit“, so Kerstin Mai. Sie bittet alle, die jemanden beim Vermüllen ertappen, um Zivilcourage. Man könne auch die Polizei rufen.

Immerhin 44 kommunale Spielplätze im ganzen Stadtgebiet und den Ortsteilen muss der Bauhof kontrollieren – eine ganze Menge. Am Hotel Kupferberg wurde der Spielplatz mit Federwippe und Wippe neu ausgestattet, für ein neues Karussell steht bereits das Fundament. Die Stadt tut also eine Menge, damit sich Kinder an frischer Luft mit Spaß bewegen können. Alle Anwohner und Passanten sollten mithelfen, dass Gefahren gar nicht erst entstehen.