merken

Gefährlicher Wanderweg

Neben Autos auf der Altenberger Straße laufen – das ist kein tragbarer Zustand. Ideen für eine Lösung gibt es bereits.

© Norbert Millauer

Von Heike Sabel

Müglitztal. Wandern an der frischen Luft, durch Tal und Wald. Das mag Siegmund Menzel. Man kann dabei so schön entspannen, den Kopf frei bekommen und immer Neues entdecken. Wenn man nicht auf die Autos aufpassen muss. Denn wer sagt, dass es Wanderwege nur fernab von Straßen gibt? Im Müglitztal werden die Wanderer sogar direkt auf die Altenberger Straße (S 178) geschickt. Sie ist noch dazu eine Straße ohne Fußweg.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

„Dieser Zustand ist untragbar“, sagt Wanderer Menzel aus Dresden. Da gibt ihm der amtierende Müglitztaler Bürgermeister Michael Neumann schon mal recht. „Natürlich ist ein Wanderweg im Straßenbereich immer eine Gefahr, schließlich soll ein Wanderweg der Erholung und Entspannung dienen. Und das ist hier nicht der Fall.“ Was aber tun? Die Gemeinde ist nicht für die Straße zuständig und deshalb bei einer Lösung auf andere angewiesen. Auf den Freistaat als den Eigentümer der Straße und das Landratsamt als dessen Beauftragten zum Beispiel.

Ausgebaut werden soll die Straße erst mal nicht, sagt das Wirtschaftsministerium. Und selbst wenn, außerhalb von Orten wird ohnehin kein Fußweg an die Straße gebaut, geschweige denn ein Wanderweg. Sollte ein solcher eine Straße kreuzen, seien unter anderem Polizei, Verkehrsbehörde, Straßenbaulastträger und Tourismusverein da, um einen geeigneten, verkehrssicheren Punkt zu finden.

Ein Wanderweg auf der Staatsstraße sei aber aus Gründen der Verkehrssicherheit zu vermeiden und ein Weg abseits der Straße auszuweisen. Das ist eine klare Aussage des Ministeriums. Doch zuständig seien Landkreis und Gemeinde. Damit ist der Ball weitergegeben. Das Landratsamt spielt ihn auch gleich weiter an den Kreiswegewart Peter Mildner. Dem ist das Problem schon länger bekannt. Im vergangenen Jahr hat er mit der Gemeinde und den Wegewarten von Weesenstein, Burkhardswalde und Maxen bei mehreren Begehungen nach Alternativen für die Hangseiten links und rechts der Müglitz gesucht. „Bislang haben wir aber keine praktikable Lösung gefunden“, sagt Mildner. Grund seien Eigentumsfragen, die Topografie des Geländes sowie Kosten.

Michael Neumann schlägt nun eine Vor-Ort-Begehung mit allen Beteiligten vor. Dabei soll nach Wegen für den Weg gesucht werden, die ihn sicherer machen. Mittelfristig könnte erst einmal eine Geschwindigkeitsbeschränkung Abhilfe schaffen, sagt Neumann. Doch auch das dürfte beim Ritt durch die Behörden nicht einfach werden. Für Neumann aber lohnt es sich: „Langfristig sollte hier eine für unseren Tourismus angenehme Lösung her.“ Schließlich hat sich das Müglitztal den Tourismus ins Leitbild geschrieben.

Siegmund Menzel hatte nach Möglichkeiten gefragt. Die zumindest gibt es, wann und wie sie umgesetzt werden, steht noch auf einem anderen Blatt. Bis dahin müssen Autofahrer und Wanderer auf der S 178 besonders aufeinander aufpassen.