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Gefährliches Dresden

Mexikanische Verhältnisse drohen. Keine Angst, das ist kein Restauranttipp.

© Symbolfoto: dpa

Von Andreas Weller

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Vom Mut, nicht wegzusehen.  

Joachim Gauck erinnert zum 30-jährigen Jubiläum an den Beginn der Wende in der DDR. 

Dresden ist auf dem Weg zu einer richtigen Großstadt: Die Einwohnerzahl steigt kontinuierlich, ebenso die Mieten und wie wir diese Woche wieder bestätigt bekamen, auch die Preise für Eigentumswohnungen. Dazu haben wir eine Problemzone rund um den Hauptbahnhof – ganz wie in richtigen Metropolen.

Möglichkeiten, damit umzugehen, gibt es viele. Eine wäre, ganz auf das kriminelle Erlebnis zu setzen. Mit bereits fünf öffentlichkeitswirksamen Todesfällen in nur zweieinhalb Monaten, scheint das realistisch. Deshalb lohnt ein Blick in die gefährlichste Stadt der Welt: Los Cabos in Mexiko brachte es 2017 auf 365 Morde bei gut 328 000 Einwohnern. Los Cabos ist deutlich kleiner als Dresden, aber auch eine Touristenstadt.

Wir müssen uns nur besser vermarkten. Die hohe Mordrate in Los Cabos hängt mit der Festnahme von Drogenboss El Chapo zusammen. Diese hat einen Bandenkrieg ausgelöst. Gut, wir haben die Grünschnabel-Rapper der KMN-Gang. Aber „El Chapo“ hat auch mal klein angefangen. Und mit Drogen kennen die sich bestimmt so gut aus wie der Bachmann von Pegida. Der Hit der Dresdner Rapper heißt „Kokaina“.

Wenn Dresden den Ruf einer gefährlichen Stadt hat, würde auch nicht mehr so zögerlich diskutiert, ob die Sicherheitsbehörden personell aufrüsten sollen. Dann bekäme die Stadt nicht fünf neue Mitarbeiter für die besondere Einsatzgruppe. Da käme die Bundeswehr, bis an die Zähne bewaffnet. Bürgerwehren würden sich gar nicht mehr auf die Straße trauen. Vielleicht sollten wir doch lieber die beschauliche Stadt am Fluss bleiben, auch wenn es kleingeistig klingt.