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Gefährliches Pflaster Körnerweg

Während die Anwohner statt eines Ausbaus nur Reparaturen wollen, fordern Radfahrer einen glatten Weg.

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Von Kay Haufe

Der Knackpunkt am Körnerweg ist 650 Meter lang und mit altem Postaer Sandstein belegt. Dieser Abschnitt vom Hafen bis zum Heilstättenweg ist für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen gefährlich. Zwischen den unebenen Sandsteinen haben sich tiefe Fugen gebildet. Wer hier lang läuft oder fährt, muss permanent nach unten sehen, um nicht zu stürzen. Der Stadtrat hat im September beschlossen, den rechtselbischen Radweg zwischen Saloppe und Körnerplatz auszubauen. Dafür stellte Gerd Jarosch vom Straßen- und Tiefbauamt mehrere Varianten vor. Bürger konnten dazu ihre Ideen und Meinungen einbringen.

Pflaster neu einbauen

Rund 90.000 Euro würde es kosten, das alte Pflaster auszubauen und neu zu verlegen. Weitere 20.000 Euro wären nötig, um die Fugen möglichst eben zu vergießen. Jaroschs Fazit: Die Unebenheit der Steine bliebe bestehen, und nach kurzer Zeit würden die Fugen wieder aufreißen. Die Anwohner des Körnerweges favorisierten diese Variante, wenn in kleinen Abschnitten gebaut würde.

Überbau mit Asphaltdecke

Die glatteste Oberfläche würde eine Neubeschichtung des Körnerweges mit Asphalt ergeben. Sie wäre mit 63000 Euro zudem eine kostengünstige Variante. Heute sind bereits farbige Asphalte erhältlich, die auch oberflächlich strukturiert werden können. Dagegen spricht, dass das äußere Erscheinungsbild des Weges denkmalgeschützt ist. Fazit: nicht umsetzbar

Alten Belag abfräsen

Um das vorhandene Pflaster auf der Holperstrecke abzufräsen, wären nur 15.000 Euro nötig. Das Erscheinungsbild ist nach Versuchen am Pieschener Elbufer jedoch katastrophal. Zudem verschwinden die Fugen damit nicht. Fazit: keine Alternative

Neues Pflaster verlegen

Drei Musterflächen wurden am Zschierener Elberadweg angelegt, um geeignete Alternativen für den Körnerweg zu finden. Gearbeitet wurde mit Beton-, Naturstein- und Sandsteinpflaster. Während die Neuverlegung mit Betonpflaster rund 200.000 Euro kosten würde, ist die Variante mit Sandsteinen erst in der Spanne von 1,2 bis 1,75 Millionen Euro zu haben. Fazit: Die Oberfläche wäre relativ eben, die Kosten jedoch bei der favorisierten Sandstein-Variante enorm hoch. Der Ausbau wäre jedoch mit bis zu 60 Prozent vom Land förderfähig.

Problem Stützmauern

Die den Körnerweg begrenzenden Stützmauern sind lediglich 60 bis 100 Zentimeter tief gegründet. Bei einem Ausbau muss sehr sensibel vorgegangen werden, eventuell sind weitere Verankerungen nötig.

Radler und Anwohner uneins

Die Anwohner befürchten nach einem Ausbau rasende Radfahrer, die die Sicherheit der Fußgänger gefährden. Der Körnerweg sei Wohnstraße, Kulturlandschaft, ja gleichsam die Via Apia von Dresden und vertrage lediglich Reparaturen, maximal die Neuverlegung des alten Pflasters. Das würde jedoch aus Sicht der anwesenden Radfahrer kaum Verbesserungen bringen. Sie sprachen an, dass der Weg eine dringend benötigte rechtselbische Verbindung sei. Nun muss der Stadtrat entscheiden.