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Gefahr am umgestürzten Baum

In Altserkowitz liegt eine Pappel über dem Lößnitzbach. Kinder spielen darauf, obwohl es dort mehrere Meter in die Tiefe geht.

Von Ulrike Keller

Gleich sind sie da. Zwei Mädchen im Grundschulalter treten noch einmal kräftig in die Pedalen. Kurz vor der kleinen Brücke über die Ufermauer des Lößnitzbaches lassen sie die Räder ins Gras fallen und stürmen los. Wer ist zuerst auf der Schwarzpappel, die nach dem Hochwasser über die Bachufer gekippt ist?

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Der abenteuerliche Schwebebalken lockt Kinder zum Klettern an. Die Mädchen turnten schon öfter darauf, erzählen sie. Unter dem Baum geht es mehrere Meter in die Tiefe. Die ist auch schon durch einen Hohlraum im Holz zu sehen. Die Freundinnen sehen weder die Gefahr abzurutschen noch durchzubrechen.

Die Stadt ist alarmiert. „Wir sind bemüht, den Stamm so schnell wie möglich wegzuräumen“, sagt die Stadtgrün-Verantwortliche Heike Funke auf SZ-Anfrage. Sie habe die Firma Neru beauftragt. Allerdings sei zum Heben des über fünf Tonnen schweren Stamms größere Technik nötig, die erst bei anhaltendem Bodenfrost sicher aufgebaut werden könne. Bis dahin Absperrungen aufzustellen, ist nicht vorgesehen. Großflächig müssten auf beiden Uferseiten Gitter um das Stammende postiert werden – eine kostspielige Angelegenheit.

Die Pappel beschäftigt die Radebeuler Behörden seit 2010. Damals war sie bereits zur Hälfte abgestorben und sollte gefällt werden. „Der Naturschutz stellte Eremiten – eine Käferart – im Baum fest, er sollte erhalten werden“, so Heike Funke. Die Stadt plante die Erhaltung mit der Kanalsanierung. 2010 erhielt sie die Fördermittel.

Doch beim Hochwasser in jenem Jahr fiel die Uferbefestigung teilweise ein. Nun sollte der alte Mauerzustand nicht wieder hergestellt werden, weil die Befestigung in der starren Bauweise immer wieder anfällig für Schäden wäre. Für die Stadt rückte aufgrund der Flut 2013 die Sanierung des Kanals vorerst in den Hintergrund. „Die Neuplanung und die erneute Beantragung der Fördergelder bei der Landesdirektion in Dresden stehen noch aus“, so Heike Funke.

Ist der Stamm geborgen, sollen die Pappel in Scheiben zerlegt und Stammabschnitte mit Eremiten in der Nähe des Lößnitzbach-Ufers aufgestellt werden.