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Gefahr an der Bundesstraße

Die Engstelle am Fähranleger in Schmilka ist nicht mehr beschildert. Im Dunkeln ist das nicht nur für Autofahrer ein Problem.

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Von Gunnar Klehm

Das Schild ist weg. Wer im Dunkeln auf der Bundesstraße B 172 von Bad Schandau in Richtung Grenze fuhr, wurde bisher mit einer Warnbake und einem Schild darauf hingewiesen, dass sich der Autofahrer einer Engstelle nähert, bei der dem Gegenverkehr Vorfahrt zu gewähren ist. Außerdem war dort ein Schild angebracht, welches den Durchgang für Fußgänger verbietet. Beide Schilder wurden entfernt und liegen jetzt achtlos hinter dem Haus. Offensichtlich passierte das während der Pflasterarbeiten am Eingang zum Café Richter.

Seit einer Woche fehlen die Verkehrsschilder samt Warnbake. Foto: M. Jäger
Seit einer Woche fehlen die Verkehrsschilder samt Warnbake. Foto: M. Jäger

Das war aber anders geplant, denn in der Stadtverwaltung ist man überrascht, dass die Verkehrszeichen verschwunden sind. „Die Schilder sollten eigentlich sofort wieder angebaut werden“, sagt Andrea Wötzel aus der Stadtverwaltung.

Die Sanierung der Villa Tusnelda mit dem Café Richter liegt in den letzten Zügen. Ursprünglich war schon 2014 die Eröffnung geplant. Inhaber ist der Unternehmer Sven-Erik Hitzer. Nach eigenen Angaben hat er die Baugeschwindigkeit gedrosselt, weil er mehrere Baustellen gleichzeitig in Schmilka zu laufen hat. Am Saal der Schmilkschen Mühle und dem neuen Brauereiausschank wird ebenso gearbeitet wie am Bio-Hotel Helvetia.

Ob im Zusammenhang mit den Arbeiten an den Außenanlagen am Café Richter das Schild entfernt wurde, ist unklar. Sven-Erik Hitzer war gestern für die SZ nicht erreichbar. Laut Stadtverwaltung sollen die wichtigen Verkehrsschilder künftig nicht mehr an einem eigenen Mast aufgestellt werden, sondern an der Fassade des Gebäudes befestigt werden.

Dass es sich bei der Engstelle um einen Gefahrenbereich handelt, beweist auch ein Unfall aus der jüngeren Vergangenheit. Im Mai 2007 kam ein Pkw in dem Bereich von der Fahrbahn ab und stieß gegen das Schild und den Treppenaufgang. Das Auto wurde stark beschädigt. Fahrer oder Fußgänger wurden zum Glück nicht verletzt. Der Unfall zeigt aber, dass es unter Umständen schwierig sein kann, die Verkehrssituation zu überblicken. Kurz davor befindet sich ein Fußgängerüberweg. Möglicherweise hat sich der Autofahrer darauf konzentriert und dabei die Brisanz der folgenden Engstelle nicht wahrgenommen.

An der Stelle überqueren auch Schüler die Straße. Der Überweg ist nur wenige Meter entfernt. Die Stadtverwaltung will sich jetzt selbst ein Bild vor Ort machen und ergründen, wer die Schilder entfernt hat.

Das kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. In der Verwaltung geht man aber davon aus, dass die Schilder heute wieder angebracht werden.