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Gefahr durch zugewucherte Elbwiesen

Der Hochwasserpegel könnte stark verringert werden, sagt die Hochschule Nürnberg – und untermauert damit die Forderungen der Nünchritzer.

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© SZ-Archiv/A. Schröter

Nünchritz. Jetzt hat die Bürgerinitiative es auch schwarz auf weiß: Etwa einen Meter weniger würde die Elbe bei einem sogenannten hundertjährigen Hochwasser ansteigen, wenn die Elbwiesen abgegraben und freigehalten werden würden. Das ist das Ergebnis der Modellierung der Elbe zwischen Strehla und Diesbar durch die Technische Hochschule Nürnberg.

Die hatte das Modell im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung Sachsen erarbeitet und dabei auch die Auswirkungen des Bewuchses und der Auflandungen im Elbvorland im Hochwasserfall untersucht. Die Ergebnisse unterstützen die Forderungen der Bürgerinitiative Hochwasser Nünchritz 2013, die das Freihalten der Elbwiesen als eine der wichtigsten Hochwasserschutzmaßnahmen ansieht. Mit den Ergebnissen und Schlussfolgerungen der Modellierung soll sich nun der runde Tisch beschäftigen, der das nächste Mal im Januar tagen wird, erklärte die Initiative.

Im Gespräch mit Politikern

Darüber hinaus hofft die Bürgerinitiative weiterhin auf Unterstützung durch die Politik. Nachdem die Nünchritzer dem Landtag bereits Ende 2015 eine Petition zur Elbvorlandpflege als Hochwasserschutzmaßnahme und zur Regelung der Verantwortlichkeiten auf den Elbwiesen übergeben hatten, gab es Ende August einen Vororttermin, und demnächst soll der abschließende Bericht des Petitionsausschusses vorliegen. Zudem habe die Bürgerinitiative eine Stellungnahme zum Referentenentwurf eines „Gesetzes zur weiteren Verbesserung des Hochwasserschutzes und zur Vereinfachung von Verfahren des Hochwasserschutzes“ erarbeitet und sei damit mit den Bundestagsfraktionen von CDU und SPD im Gespräch.

Über die aktuellen Projekte will die Initiative auf ihrer nächsten Mitgliederversammlung am 16. Februar 2017 informieren. (SZ)