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Gefahrguteinsatz an der B 175

Aus dem Anhänger eines Lkw ist Flüssigkeit ausgetreten. Die Kameraden kämpfen erneut mit der Sommerhitze.

© André Braun

Von Eric Mittmann

Hartha. In Schutzanzüge gekleidet näherten sich Kameraden der Döbelner Freiwilligen Feuerwehr einem auf der Verbindungsstraße zwischen Nauhain und der B 175 abgestellten Lkw. „Der Laster war von Burgstädt aus in Richtung Leipzig unterwegs und hatte einen Gefahrenstoff geladen. Als der Fahrer in den Spiegel blickte, sah er etwas aus dem Anhänger tropfen. Deswegen wurden wir alarmiert“, hieß es zunächst vonseiten der Freiwilligen Feuerwehr Hartha, die den Einsatz leitete.

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Insgesamt 37 Kameraden der Feuerwehren Hartha, Gersdorf, Limmritz, Döbeln und sogar Hainichen waren an dem Gefahrguteinsatz am Freitagmittag beteiligt. Hinzu kamen Einsatzkräfte der Polizei, des Rettungsdienstes sowie der ABC-Fachberater des Landkreises. „Wir haben uns an die Grundregeln für einen Gefahrguteinsatz gehalten, den Fahrer betreut und die Gefahr minimiert, indem der Strom am Lkw abgestellt wurde“, erklärte Einsatzleiter Maik Wagner, während die Kameraden in den Schutzanzügen den Laster überprüften. „Wenn etwas austritt, müssen wir zunächst feststellen, was es ist. Dann wird das Leck geschlossen und das ausgetretene Gefahrgut aufgefangen.“

Indes stellte sich heraus, dass der Lkw mehrere Stoffe geladen hatte. Einer davon, Optavon Mexlig, wird als Textilhilfsmittel eingesetzt. Er habe eine braune Färbung und sei gefährlich. Der andere, Katamin BW03, ist laut Angaben der Feuerwehr milchig weiß und schwach gefährlich. „Bei der Überprüfung war für uns nicht erkennbar, dass sich etwas auf dem Boden gesammelt hat. Wir haben Spuren an den Fässern entdeckt. Diese waren milchig weiß, was darauf schließen lässt, dass dort Katamin ausgetreten ist“, so Einsatzleiter Wagner. „Wahrscheinlich waren die Fässer zu eng beieinander gelagert, wodurch die Deckel nicht mehr abdichteten.“

Die ausgetretene Menge habe jedoch keinen weiteren Einsatz erfordert. Stattdessen einigten sich Polizei und Feuerwehr darauf, dass die Spedition des Lkws in der Pflicht sei, die Fässer umzuladen. Die Einsatzleitung wurde an die Beamten übergeben. Ein Großteil der Einsatzkräfte, Rettungsdienst sowie Teile der Feuerwehr konnten sich zurückziehen. Lediglich die Kameraden aus Hartha sowie die Ordnungshüter blieben zur Absicherung vor Ort. „Der Gefahrguteinsatz ist für uns einer der Langwierigsten“, erklärte Einsatzleiter Wagner.

Insgesamt 116 Fässer mit einem Fassungsvermögen von jeweils 120 Litern hatte der Lkw geladen. Davon waren 74 mit Optavon gefüllt, die restlichen 42 enthielten Katamin. Wie bereits während des Laubenbrandes am Dienstag in Leisnig machte den Kameraden auch dieses Mal wieder die Sommerhitze zu schaffen. Die Schutzanzugträger konnten lediglich 20 Minuten in ihren Anzügen agieren. Aufgebaute Pavillons spendeten den Einsatzkräften Schatten.