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Gefiederte Stammgäste

© K. Klemm

Ein Entenpaar zählt zu den treuesten Besuchern des Kaffeehauses Zimmermann in Königstein. Auch in Notzeiten finden sie dort Hilfe.

Von Katharina Klemm

Königstein. Meistens zur Mittagszeit hockt Antje Zimmermann vor ihrem Kaffeehaus in Königstein und bietet ihren Gästen und Spaziergängern ein besonderes Schauspiel. Denn dann bedient sie ihre besonderen Gäste: ein Stockentenpaar. Die beiden Wasservögel kommen nun schon seit fünf Jahren zu ihnen, erzählt Zimmermann. Sie seien plötzlich da gewesen und da habe man eben mal einen Keks oder Ähnliches zugeworfen. Mittlerweile sind die beiden sehr zutraulich, fressen Antje Zimmermann und ihren Mitarbeitern aus der Hand und lassen sich von ihnen streicheln. Ihre Gäste amüsiere das sehr, sagt die Chefin des Kaffeehauses Zimmermann am Reißigerplatz. Und natürlich werde das Schauspiel oft fotografiert.

Wenn die Bedienung den Enten einmal nicht schnell genug geht, dann machen diese sich laut bemerkbar, sagt Antje Zimmermann lachend. Sie kommen manchmal sogar bis über die Türschwelle. „Zuerst darf immer die Entendame fressen, ihr Mann passt währenddessen auf.“ Erst wenn sie satt ist, frisst auch der Erpel. Ein echter Gentleman. Das Paar komme immer nur im Frühjahr und Herbst, sagt Zimmermann. Wenn die Eier gelegt sind, denkt sie, haben die beiden dann andere Sorgen.

Ob es immer die gleiche Entendame ist, kann Antje Zimmermann nicht mit Sicherheit sagen. Doch es ist immer derselbe Erpel, das weiß sie ganz genau. Sie erkennt ihn daran, dass er, wie sie sagt, etwas über den Onkel läuft. Das rührt von einer alten Verletzung her. Vor etwa zwei Jahren schleppte er sich schwer verletzt zum Kaffeehaus, erzählt Zimmermann. Sie vermutet, dass er angefahren worden war. „Er war so entkräftet, dass ich ihn ganz leicht einfangen könnte und packte ihn in eine Kiste.“ Nach verzweifelter Suche fand sie in Uwe-Jens Bartling von der Zoohandlung in Pirna jemanden, der den Erpel gern wieder aufpäppelte. Als es dem Erpel besser ging, haute er aus der Voliere ab, flog zu seiner Partnerin und besuchte mit ihr wieder das Kaffeehaus Zimmermann.