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Geflügelzüchter geben nicht auf

Der Rassegeflügelzuchtverein Leisnig und Umgebung feiert Jubiläum. In der Festsitzung geht es nicht nur um die Geschichte in 125 Jahren.

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© André Braun

Von Helene Krause

Leisnig. An weiß gedeckten Tafeln im Gasthof „Zur alten Linde“ in Minkwitz sitzen die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins Leisnig und Umgebung. Dass der Verein nachweislich seit 1891 ununterbrochen besteht, darauf weist Vorsitzender Hubert Voigt in seiner Festrede hin. Jetzt machen ihn 50 Mitglieder aus. 1904 und 1906 organisierten die damaligen Züchter die ersten Ausstellungen. Ansonsten gibt es über die Jahre zwischen 1891 bis 1915 kaum Hinweise. Obwohl die Futterbeschaffung zur Zeit des Zweiten Weltkriegs schwierig war, traten 1916 viele neue Mitglieder dem Verein bei. 1920 wurde die erste Geflügelausstellung nach dem Ersten Weltkrieg veranstaltet und alljährlich fortgesetzt. Nur 1929, in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und den ersten Nachkriegsjahren gab es die Ausstellung nicht. Ab 1951 wurde sie wieder regelmäßig veranstaltet. Die größte Schau fand 1983 statt. Damals stellten die Geflügelzüchter 1 844 Tiere aus. Für die Schauen dürfen die Geflügelfreunden regelmäßig die Saxonia-Turnhalle in Leisnig nutzen.

Doch nicht nur Ausstellungen veranstalten die Rassegeflügelzüchter. Sie unternehmen auch Busfahrten mit ihren Angehörigen zu Sehenswürdigkeiten und zu Ausstellungen und organisieren Fachvorträge. Zudem beteiligen sie sich am Altstadtfest, sind in Klosterbuch vertreten und veranstalten regelmäßig Kleintiermärkte.

Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU), der dem Verein gratuliert, weist auf das hohe Niveau der Ausstellungen hin. „Man kann sehen, mit welcher Liebe die Mitglieder sie durchführen“, sagt er. Als Geschenk überreicht er dem Verein ein Bild mit einer Stadtansicht. Auch vom zweiten Landesvorsitzenden des Sächsischen Rassegeflügelverbandes Dirk Neumann, von Vertretern der Zuchtvereine Waldheim, Hartha und Döbeln werden Glückwünsche und Geschenke überbracht.

Der Landesverband nimmt das Jubiläum zum Anlass und zeichnet verdiente Mitglieder mit Urkunden und Ehrennadeln aus. Hubert Voigt, der seit 57 Jahren im Verein ist und seit 22 Jahren die Geschicke lenkt, erhält für sein Engagement eine Urkunde und Blumen. Im Anschluss gibt es für alle ein gemütliches Beisammensein.

Reinhart Tschorn aus Polkenberg ist seit 1993 im Verein. „Ich war als Jugendlicher schon einmal drin“, erzählt er. Das Interesse für Geflügel hat er von seinem Vater und Großvater übernommen. Die waren Bauern in Schlesien. Heute züchtet er Tauben und Hühner. Auch der Opa von Gert Wadewitz aus Kalthausen bei Bockelwitz war im Geflügelzuchtverein. Von ihm hat er die Taubenzucht der Luchstauben übernommen. Außerdem widmet er sich der Zucht von Pommerschen Graugänsen. Für den Eigenbedarf hält er noch Enten und Hühner. Seit 2000 ist Werner Pöge aus Naunhof im Geflügelzüchterverein. Mit der Zucht fing er an, als er noch jung war. Weil er später keine Zeit mehr hatte, gab er sie auf. 1997 schenkte ihm seine Frau Luchstauben. Mit denen setzte er die Zucht fort.