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Familie

Geförderte Weiterbildung 

Lange Zeit haben Bund und Länder überlegt, wie die noch immer unschön hohe Zahl an Arbeitslosen in Deutschland weiter gesenkt werden kann. 

© Alexas_Fotos @pixabay.com

Man ist sich einig, dass vor allem die Anpassung an die neuen Anforderungen der Arbeitswelt 4.0 gefördert werden muss. Ein wichtiges Stichwort bietet hier das Qualifizierungschancengesetz.

Am 1. Januar 2019 ist das Qualifizierungschancengesetz (QuaChaG) in Kraft getreten. Ziel dabei: die heutigen Arbeitnehmer auf die digitalisierte Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten. Inhalt der Förderung ist das Recht auf eine Weiterbildungsberatung für die Mitarbeiter sowie Förderungen, die es in Form von Zuschüssen für die Arbeitgeber gibt.

Was ist das Qualifizierungschancengesetz?

Das Qualifizierungschancengesetz ist das Ergebnis von Überlegungen des Arbeitsministeriums. Man suchte nach einer Möglichkeit, den Arbeitslosenbeitrag zu senken und gleichzeitig die Qualifizierungsmöglichkeiten für Beschäftigte auszubauen. Mit dem neuen Gesetz sollen die Unternehmen sowie deren Mitarbeiter dabei unterstützt werden, den digitalen Wandel zu meistern. So soll auch Langzeitarbeitslosigkeit vermieden werden.

Welche Punkte beinhaltet das Qualifizierungschancengesetz?

Dank dem neuen Gesetz sollen mehr Mitarbeiter als bisher eine Weiterbildung absolvieren und dadurch für die digitalisierte Arbeitswelt qualifiziert werden. Außerdem hat man sich folgende Ziele gesetzt:

• Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung

• höhere Zeitgrenze bei kurzfristiger Beschäftigung

Wie kann dies umgesetzt werden? Zum einen gibt es Zuschüsse zur Weiterbildung für Arbeitgeber. So können Arbeitnehmer gut ausgebildet und gleichzeitig an das Unternehmen gebunden werden. Aber auch Arbeitnehmer selbst profitieren vom Qualifizierungschancengesetz. Mit diesem haben sie das Recht auf Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit. Dieses Recht erstreckt sich auch auf Themen außerhalb des eigenen Berufsbildes. Abgesehen davon kann man sich durch Weiterbildungen von anderen Mitarbeitern positiv abheben.

Wer ist förderberechtigt?

Fachkräftemangel ist in vielen Branchen ein großes Problem. Auch dem soll entgegengewirkt werden. Allerdings gibt es die finanzielle Weiterbildungsförderung nur dann, wenn die vorgeschriebenen Voraussetzungen beachtet werden (§ 82 SGB III). Ist dies der Fall, kann ein Teil der Weiterbildungskosten durch die Arbeitsagentur finanziert werden.

Folgende 5 Voraussetzungen müssen erfüllt werden:

1. Die Weiterbildung des Arbeitnehmers zielt darauf ab, dass dieser Kenntnisse und Fähigkeiten erwirbt, welche nicht seinen aktuellen Arbeitsplatz betreffen. Es ist also eine Anpassungsfortbildung geplant. So sollen weiterhin die Anforderungen der zukünftig immer mehr steigenden Digitalisierung erfüllt werden.

2. Der Mitarbeiter besitzt einen Berufsabschluss seit mindestens 4 Jahren.

3. Der Betroffene hat in den letzten 4 Jahren keine Weiterbildungsförderung nach dieser Regelung bezogen.

4. Die Weiterbildung des Mitarbeiters umfasst mindestens 160 Stunden (4 Wochen).

5. Der Mitarbeiter führt eine zertifizierte Weiterbildungsmaßnahme bei einem zugelassenen Bildungsträger durch. Die geförderte Weiterbildung kann innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens stattfinden.

Sofern der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter während der Weiterbildung freistellt und weiterhin Lohn zahlt, können Lohnkostenzuschüsse geltend gemacht werden.

Wie hoch sind die Fördermittel?

Die Höhe der Zuschüsse nach dem Qualifizierungschancengesetz richtet sich nach der Größe des Unternehmens. Folgende Fördermittel sind vorgesehen:

Zuschüsse für Kleinunternehmen (bis zu 10 Angestellte):
• bis zu 100 % Übernahme der Weiterbildungskosten
• bis zu 75 % Förderung des Arbeitsentgeltes während der Weiterbildung

Zuschüsse für mittlere Unternehmen (bis zu 250 Angestellte):
• bis zu 50 % Übernahme der Weiterbildungskosten
• bis zu 50 % Förderung des Arbeitsentgeltes während der Weiterbildung

Zuschüsse für größere Unternehmen (bis zu 2.500 Angestellte):
• bis zu 25 % Übernahme der Weiterbildungskosten
• bis zu 25 % Förderung des Arbeitsentgeltes während der Weiterbildung

Zuschüsse für große Unternehmen (mehr als 2.500 Angestellte):
• bis zu 15 % Übernahme der Weiterbildungskosten
• bis zu 25 % Förderung des Arbeitsentgeltes während der Weiterbildung

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Manja Groß.