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Gegen die Erwartungshaltung

Für Dynamos Trainer sind am Freitagabend nicht die Lilien aus Darmstadt der größte Gegner, sondern die eigenen Köpfe. Dabei ist sich Uwe Neuhaus sicher, dass die 98er gar keine schwache Mannschaft sein können.

© dpa

Von Cornelius de Haas

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Dresden. Uwe Neuhaus hat ein Luxusproblem: Vor dem Spiel gegen Darmstadt 98 muss der Dynamo-Trainer keine neuen Ausfälle verkraften. „Die Voraussetzungen sind die gleichen wie vor der Partie in Bielefeld“, sagt der 58-Jährige am Donnerstag. Als einzige Ausfälle benannte er den langzeitverletzten Sören Gonther (Kreuzbandriss) und Marco Hartmann (Innenbanddehnung). Allerdings zeigte sich der etatmäßige Kapitän am Nachmittag hocherfreut, endlich wieder auf dem Rasen gestanden und auch ein paar Sprints absolviert zu haben. Bis zu einem Liga-Einsatz werde aber noch eine gewisse Zeit vergehen, erklärte der 30-Jährige.

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Für Neuhaus‘ Überlegungen spielte das alles keine Rolle. Vielmehr war er darauf bedacht, die Erwartungshaltung im Umfeld und bei der Mannschaft nach den zwei Siegen gegen Regensburg und in Bielefeld zu dämpfen. Wobei Neuhaus auch einräumte: „Da kommt mit dem Tabellenvorletzten eine Mannschaft, die man unbedingt schlagen muss.“ Aber: „Ich glaube, dass meine Mannschaft gut daran tut, einzig und allein auf die Aufgaben im Spiel zu denken und alles andere auszublenden“ – auch wenn es mit einem Sieg vielleicht noch einmal in Richtung obere Tabellenhälfte gehen könnte. Schließlich stünden die Lilien auf einem Platz, der der individuellen Klasse der Spieler nicht gerecht werde. „Mit dieser Besetzung können sie gar keine schwache Mannschaft sein“, findet Neuhaus.

Denn auch wenn die 98er in einer Tabelle der vergangenen 17 Spiele mit zehn Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz rangieren, seien die Hessen ein Team, das „nie aufgibt, auch in Unterzahl in der Lage ist, Spiele auszugleichen oder zu drehen“. Jüngst gelang das im Heimspiel gegen Heidenheim, doch auch die Schwarz-Gelben haben ungute Erfahrungen gemacht. Im September führten sie durch drei Tore von Manuel Konrad bis zur 90. Minute mit 3:1, kamen aber letztlich nicht über ein 3:3 hinaus.

Überhaupt seien solche Serien in der Liga kein Indiz. Während Darmstadt trotz des Negativlaufs noch nicht hoffnungslos abgeschlagen ist, rangiert Holstein Kiel – das keine einzige der elf Partien seit dem 3:0 gegen Dynamo Anfang November gewann – noch immer auf Tabellenplatz drei. „Für mich ist die Liga darum eher ausgeglichen stark als gleichmäßig schwach“, so Neuhaus.

Anzeichen, dass er Änderungen in der Startformation vornehmen könnte, gibt es aber nicht. Vielmehr hätten es die Spieler, die derzeit hinten anstehen müssen, gerade nicht so einfach in die Anfangself zu rücken. „Wir konnten nur am Dienstag und heute im Stadion trainieren und mussten ansonsten improvisieren. Da ist es schwer, sich anzubieten“, sagte der Trainer.

Dynamos voraussichtliche Aufstellung: Schubert – Kreuzer, Ballas, Franke, Heise – Konrad – Horvath, Hauptmann, Berko – Koné, Röser.