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Gegen die Langeweile

Die Stadt Leisnig leiht jugendlichen Flüchtlingen einen Bauwagen. Der wird im Archehof stehen und umgestaltet.

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© DA-Archiv

Von Natasha G. Allner

Klosterbuch. „Wir warten jeden Tag auf den Bauwagen, welchen uns die Stadt Leisnig als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt und hoffen, dass er in der nächsten Zeit eintrifft“, erklärt Elsbeth Pohl-Roux vom Archehof. Das Gefährt soll auf dem Gelände des Fachwerkhofes aufgestellt werden und dort den sechs ausländischen Flüchtlingen, die Pohl-Roux aufgenommen hatte (DA berichtete), zur Verfügung stehen. „Wir wollen sehen, welche handwerklichen Fertigkeiten die Jugendlichen mitbringen und sie zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung motivieren.“ Die Idee sei, dass die Jungs aus Afghanistan und Syrien diesen Bauwagen selbst auf Vordermann bringen und ausgestalten. Zeitnah solle es auch Farbproben an der Außenhülle geben, so Pohl-Roux weiter: „Unser Wunsch ist es, dass sie ihre Handys aus der Hand legen und die Zeit hier vernünftig verbringen.“ Die unbegleiteten Flüchtlinge im Alter von 14 bis 16 Jahren erhalten seit Kurzem Deutschunterricht. Ziel sei es, dass sich die Jungs besser in der neuen Umgebung zurechtfinden und sich selbstständig fortbewegen können. „Die ausländischen Jugendlichen waren in der Stadt. Sie besuchten das Rathaus und haben einen Stadtrundgang unternommen“, erklärte Tobias Goth (CDU). Zudem hatte der Leisniger Rathauschef als Überraschung für die jungen Flüchtlinge die Zusage für den Bauwagen parat: „Damit kann sich die Truppe sinnvoll einbringen und beschäftigen.“

Zudem habe sich der Helfer- und Koordinierungskreis laut Tobias Goth das letzte Mal am 1. Februar getroffen. Das rund 30 Personen umfassende Team wurde im Oktober 2015 ins Leben gerufen, um Vorbereitungen zur Aufnahme und später zur Integration der Flüchtlinge zu treffen.

Vermieter wartet auf Flüchtlinge

Viel Neues in Sachen Asylbewerber gebe es aber in Leisnig derzeit nicht, so der Rathauschef weiter. Lediglich eine Familie, welche privaten Wohnraum zur Nutzung für Asylbewerber angeboten habe, fragte nach, wann die Flüchtlinge kämen. Denn, so Goth, der Mietvertrag mit der Gesellschaft für. Strukturentwicklung und Qualifizierung Freiberg (GSQ) sei bereits seit dem 1. Februar gültig. Dafür bekomme der Wohnungseigentümer auch ein Entgelt. Die Wohnung im Stadtzentrum müsse nach Aussage des Leisniger Bürgermeisters offenbar noch entsprechend möbliert werden. Tobias Goth könne daher über den zeitlichen Werdegang keine detaillierten Aussagen machen. Er gehe aber davon aus, dass Asylbewerber in Intervallen in Leisnig eintreffen. Bisher seien, bis auf die sechs Jugendlichen in Klosterbuch und einem jungen Flüchtling im Stadtgebiet, aber keine weiteren Menschen angekommen.

Die Stadt hatte im Oktober vergangenen Jahres 52 kommunale und 16 private Objekte an die GSQ als Unterbringungsoptionen gemeldet, und diese Liste im November 2015 nochmals aktualisiert. „Seit dem sind bei uns keine weiteren Wohnraumangebote eingegangen.“ Platz für rund 150 Asylbewerber habe Leisnig vorzuhalten, wenn der Schlüssel von 18 Asylsuchenden auf 1 000 Einwohner angewandt wird.