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Dresden

Gegen Kiesabbau in Söbrigen

Nahe dem Pillnitzer Schloss soll die Landschaft aufgegraben werden. Warum der Kampf dagegen schwierig ist.

Ein Blick auf das mögliche Abbaugebiet rund um Söbrigen vom Pillnitzer Weinberg aus.
Ein Blick auf das mögliche Abbaugebiet rund um Söbrigen vom Pillnitzer Weinberg aus. © René Meinig

Dresdner Stadträte versuchen weiterhin, den geplanten Kiestagebau in Sörbigen zu verhindern. 2018 gab es den interfraktionellen Antrag, dass die Verwaltung versuchen möge, die zum Abbau vorgesehenen Flächen zwischen Söbrigen und Pillnitz als Schutzgebiete auszuweisen. Das Umweltamt hat jetzt in einer Beschlusskontrolle geschrieben, dass es keine Möglichkeit dazu sieht.

Die SPD-Fraktion stelle sich dennoch weiterhin aus umweltpolitischen Aspekten gegen die Planungen zum Kiesabbau, heißt es in einer Pressemitteilung.  "Es wäre unverantwortlich, diese einmalige Naturlandschaft für Jahrzehnte zu zerstören. Auch wenn die Einflussmöglichkeiten für den Dresdner Stadtrat gering sind, die aktuellen Pläne der Kiesindustrie in Söbrigen abzuwenden, kämpfen wir weiter für deren Stop“, sagt SPD-Stadträtin Kristin Sturm.  Falls der Abbau nicht mehr verhindert werden könne, fordere die SPD klare Begrenzungen für die Größe des Abbaugebiets und die Belastung durch den LKW-Verkehr, ergänzt Stadtrat Stefan Engel.   

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Die Kieswerke Borsberg GmbH & Ko KG Heidenau, die zur Valet und Ott Unternehmensgruppe in Freiberg am Neckar gehören, wollen rund um Söbrigen Kiese und Sande abbauen, die zu den hochwertigsten in Sachsen zählen, wie sie sagen. Die Firma ist bereits in Pirna-Pratzschwitz und -Copitz aktiv. Sie hat im November 2017 beim Sächsischen Oberbergamt einen überarbeiteten Rahmenbetriebsplan eingereicht, um das seit über zehn Jahren laufende Planfeststellungsverfahren für das neue Abbaufeld voranzutreiben. Ihr Plan ist, auf einem knapp 32 Hektar großen Gebiet abzubauen und außerdem ein neues Kieswerk zu errichten, das inklusive Lagerflächen und Straßen, Absetzbecken und Randbegrünung noch einmal rund sieben Hektar einnehmen wird. Die Kieswerke Borsberg stehen bereits in den Startlöchern und wollen spätestens 2021 beginnen, Kies zu fördern, sagt Geschäftsführer Lutz Hammer. Rund 600 000 Tonnen sollen pro Jahr rund um Söbrigen abgebaut werden. Die Rede ist auch von einem Förderband, über das das Material transportiert werden soll.

Um den Kiesabbau zu verhindern, hat sich bereits vor vielen Jahren eine Bürgerinitiative gegründet.  Auch die Dresdner Stadtverwaltung lehnt das Vorhaben ab, ebenso die Stadt Pirna. Das Dresdner Rathaus stellte in mehreren Schreiben an das Oberbergamt  klar, dass es planerische und naturschutzfachliche Gründe gibt, die gegen den Kiesabbau sprechen. Vor allem werden schwerwiegende Eingriffe in die sensible Pillnitzer Kulturlandschaft befürchtet. Zudem würde das geplante Bergbaugebiet durch Lärm, Staub und Erschütterungen die Gesundheit und die Lebensqualität der betroffenen Anwohner für Jahrzehnte massiv gefährden.

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Vom Oberbergamt, das den Abbau genehmigen muss, kam zuletzt die Auskunft, dass  die Nähe zur geschützten Landschaft bei der Umweltverträglichkeitsprüfung eine Rolle spielen wird. Möglich wäre beispielsweise  niedrigere Bauart der Aufbereitungsanlage.

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