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Geheimdienst für Fehler bei Angriff auf Gaza-Helfer verantwortlich

Ein Untersuchungsbericht entlastet die israelischen Soldaten. Die Gefahr bei dem Einsatz im Mittelmeer wurde unterschätzt.

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Tel Aviv. Der blutige Ausgang der Militäraktion gegen die Gaza-Hilfsflotte ist laut einem Untersuchungsbericht der israelischen Streitkräfte auf fehlerhafte Geheimdienstinformationen zurückzuführen. Wegen dieser Informationen hätten die Streitkräfte die Gefahr unterschätzt, dass die pro-palästinensischen Aktivisten an Bord der Schiffe gewaltsamen Widerstand leisten würden, heißt es in dem gestern veröffentlichten Bericht. Den Soldaten, die daraufhin das Feuer eröffnet hätten, sei kein Vorwurf zu machen. Bei dem Angriff auf Schiffe mit Hilfsgütern für den Gazastreifen waren Ende Mai neun pro-palästinensische Aktivisten aus der Türkei ums Leben gekommen.

Unterdessen hält ein libysches Schiff mit 2000 Tonnen Hilfsgütern für die Palästinenser trotz Warnungen aus Israel weiter Kurs auf Gaza. Der Kapitän des unter moldawischer Flagge fahrenden Frachters „Amal Thea“ wies Berichte zurück, wonach das Schiff die Ladung in Ägypten löschen werde. Israels Regierung hatte gewarnt, es werde dem Schiff nicht erlauben, nach Gaza zu fahren und damit die Seeblockade zu durchbrechen.

Die Wohltätigkeitsorganisation, die von einem Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi geleitet wird, hatte das Schiff mit Medikamenten, Reis, Zucker und Speiseöl von Griechenland auf die Reise geschickt. An Bord des Frachters befinden sich zwölf Besatzungsmitglieder sowie 15 pro-palästinensische Aktivisten. (apn/dpa)