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Geisings Trauerhalle ist fast fertig

Das neue Gebäude ist ein Blickfang auf dem Friedhof. Zum Totensonntag soll auch der Innenausbau komplett beendet sein.

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Von Maik Brückner

Noch in diesem Jahr werden die Geisinger ihre verstorbenen Angehörigen in würdiger Weise in der neuen Trauerhalle verabschieden können. Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) geht fest davon aus, dass die restlichen Arbeiten im Inneren bis zum Totensonntag, der in diesem Jahr auf den 25. November fällt, abgeschlossen sein werden. Bis dahin müssen noch einige Zierbalken und die Toilette eingebaut werden sowie restliche Putzarbeiten an den Fensterbänken erledigt werden. Das Gestühl wurde bereits angeliefert.

Geisings Ortsvorsteher Peter Nestler (CDU) ist zufrieden mit dem, was in den letzten Monaten geschaffen wurde. „Sie sieht ganz prima aus“, sagt er. Er ist sich sicher, dass das die Geisinger auch so sehen. Auch Kirsten hofft das. Denn billig war der Neubau nicht. So kostete allein der Rohbau, der noch unter der Regie der einstmals selbstständigen Stadt Geising errichtet wurde, 160.000 Euro. Vollenden konnte sie den Bau nicht. Denn finanziell war die Stadt am Ende. Und einen konkreten Plan, wie das geschehen soll, gab es auch nicht. Irgendwie sollte das mit der Hilfe von Sponsoren geschehen.

Rückzahlung drohte

Doch so weit kam es nicht. Geising musste seine Selbstständigkeit aufgeben, weil auch in naher Zukunft keine Besserung der finanziellen Lage in Aussicht stand. Deshalb suchten sich die Geisinger einen Partner, den sie in der Nachbarstadt Altenberg fanden. Bürgermeister Kirsten versprach in den Verhandlungen zur Eingemeindung, die Halle fertig zu bauen. Eigentlich konnte er auch nicht anders. Denn andernfalls hätte Altenberg die Fördermittel in Höhe von 100000 Euro, die in den Rohbau geflossen sind, zurückzahlen müssen. Und das wollte Kirsten unbedingt verhindern. Um eigenes Geld zu sparen, suchte die Bergstadt nach einer Förderquelle. Doch selbst aus dem europäischen Förderprogramm Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) kam nichts. Auch aus anderen Programmen war nichts zu erwarten. Schweren Herzens entschloss sich Altenberg, die Halle mit eigenem Geld fertigzustellen. Im Sommer nahmen die Bauarbeiter ihre Arbeit im Inneren und am Außengelände auf.

Letzteres stellte sich komplizierter dar, als zunächst angenommen. Denn um die Trauerhalle mit dem Friedhof zu verbinden, musste eine riesige Wurzel ausgegraben werden. Zudem sollte der Zugang über eine Fläche geführt werden, in der es früher ein Grab gab. Dessen Laufzeit war zwar längst abgelaufen. Dennoch befürchteten Kirchengemeinde und Stadt, dass bei den Arbeiten noch menschliche Knochen gefunden werden könnten. Doch der Kirchenmitarbeiter, der die Arbeiten begleitete, konnte Entwarnung geben. Deshalb gelang es der Stadt und den Baufirmen, den geplanten Fertigstellungstermin fast zu halten. Denn eigentlich sollte die Halle Ende Oktober fertig werden. Offiziell wird Altenberg sie erst im kommenden Jahr freigeben. Bis dahin soll der Stadtrat noch regeln, was die Nutzung kostet. Dazu sollen die Abgeordneten eine Satzung beschließen, in der die Kosten aufgelistet sind. Allerdings soll es schon Ende des Jahres möglich sein, hier Trauerfeiern abzuhalten.