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Geländekauf bietet mehr Platz für Horterweiterung

Agrargenossenschaft und Gemeinde haben den Verkauf des Werkstattgeländes besiegelt. Bis Monatsmitte sollen die Pläne für den Kita-Umbau vorliegen.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

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Bis zum Jahresende, so hofft die Awo Kinder- und Jugendhilfe gGmbH, hat sie den genehmigten Bauantrag und den Fördermittelbescheid für den Neubau des Kinderhauses in Boxdorf in der Hand. Neben den Krippen- und Kindergartenkindern der jetzigen Boxdorfer Einrichtung sollen dort künftig auch die Kita-Kinder aus Reichenberg betreut werden. So hatte es der Moritzburger Gemeinderat 2014 mit knapper Mehrheit beschlossen. Die Awo ist Träger beider Einrichtungen.

Der Reichenberger Standort ist dann nur noch für die Mädchen und Jungen des dortigen Horts gedacht. Dafür soll das gesamte Gelände neu geordnet werden. Mit dem Abriss der beiden nur eingeschränkt nutzbaren Nebengebäude – dem sogenannten blauen Haus und der Scheune – wird Platz für die notwendigen Freiflächen und den Neubau eines Speiseraums entstehen. Der, so die Überlegungen im Ort, könnte dann vielleicht auch für die Mehrgenerationenarbeit Verwendung finden.

Der Technische Ausschuss des Moritzburger Gemeinderats hatte im September dieses Jahres parallel zur Zustimmung für den Bauantrag des Boxdorfer Hauses auch sechs Beschlüsse mit einem Gesamtkostenvolumen von rund 171 000 Euro gefasst, mit denen der Umbau und die Erweiterung der Reichenberger Kita vorangetrieben wird. Die Planungen sollen bis Mitte des Monats vorliegen. Ziel ist es, im nächsten Jahr mit dem Abriss der beiden Gebäude den Umbau zu starten.

Für diesen bieten sich jetzt auch neue Möglichkeiten. Denn in der vergangenen Woche haben die Gemeinde Moritzburg und die Agrargenossenschaft Radeburg den Notarvertrag für den Besitzerwechsel des einstigen Werkstattgeländes des Landwirtschaftsbetriebs in Reichenberg besiegelt. Das befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Kita. Nachdem die Gemeinderäte Ende 2017 die Absicht erklärt hatten, das Grundstück zu dem von der Genossenschaft geforderten Preis zu erwerben, stimmten sie im vergangenen Monat einhellig dem Kaufvertrag zu. Die Gemeinde zahlt an die Radeburger 382 967 Euro, und die Genossenschaft wird, so Bürgermeister Jörg Hänisch, das Gelände bis Ende Januar nächsten Jahres beräumen.

Zur Vorgeschichte sagt der Bürgermeister: „Als 2014 über die möglichen Varianten für einen Kita-Neubau in Boxdorf und Reichenberg diskutiert wurde, signalisierte die Genossenschaft die Bereitschaft, den Werkstattstandort aufzugeben und ihn der Gemeinde Moritzburg für eine soziale Nutzung anzubieten.“

Mit dem Kauf bietet sich nun die Möglichkeit, alles etwas großzügiger zu planen und zu gestalten. „So könnten die Freiflächen bis in den jetzigen Hallenbereich hineingehen“, so Jörg Hänisch. Zudem könnten dort, wo jetzt der Spielplatz ist, Fahrradstellplätze entstehen.

Und noch etwas hat der Bürgermeister im Blick: Die Entschärfung der jetzigen Verkehrssituation vor dem Hort und der gegenüberliegenden Grundschule. Das wäre möglich, wenn die Autos beispielsweise künftig über die Volkersdorfer Straße geleitet werden würden und es hinter dem Hort einen Wendehammer gibt. Dann müsste niemand mehr direkt vor der Grundschule halten.