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Gelbe Engel im Einsatz

Der Abschleppdienst Dussa hat noch alles im Griff. Doch fürs Wochenende rechnen Experten jetzt mit Glatteis.

© Nikolai Schmidt

Von Rita Seyfert

Landkreis. Ein leerer Bus im Straßengraben in Neusalza-Spremberg, ein Obst-Laster abseits der Straße Bischdorf–Bernstadt, ein festgefahrener Laster auf der B 99 bei Ostritz – kaum war der Winter mit Schnee und Eis im Landkreis eingezogen, musste auch die Holtendorfer Firma Dussa ran. Im Stundentakt eilten die Mitarbeiter des Berge- und Abschleppdienstes, der in der Region für den ADAC im Einsatz ist, zu den Unfallorten. Doch weil die meisten Autofahrer sonst das Auto stehenließen, blieb die Situation beherrschbar.

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„Für uns war das noch kein Chaos, wir haben noch alles im Griff“, sagt Geschäftsführer Klaus Dussa im SZ-Gespräch. Bei Schnee und Glätte sei das Unfallaufkommen zwar gestiegen. Doch man habe nicht mehr zu tun als beispielsweise in den Sommermonaten. „Pannen gibt es das ganze Jahr“, sagte er. Vor allem in der Urlaubszeit zu Ostern, Pfingsten oder im Reisemonat August hätten die Mitarbeiter mehr Arbeitsbetrieb als aktuell. Auch Richtung Polen in die Kulturhauptstadt Breslau steige der Fahrverkehr momentan. „Da rechnen wir mit einem hohen Individualverkehr“, so der Dussa-Chef. Seine Firma ist nicht nur in der gesamten Oberlausitz vom Zittauer Gebirge bis Bad Muskau unterwegs, sondern auch im polnischen Niederschlesien.

Erst Donnerstagfrüh gegen fünf Uhr hätten seine Leute jenseits der Neiße einen Öllaster aus dem Straßengraben ziehen müssen. „Das war keine allzu große Geschichte“, sagt Dussa. Der Frachtführer hätte ihre Hilfe angefragt. Inzwischen dürfte der aus Rotterdam kommende Trucker schon fast in Weißrussland angekommen sein. Dies sei in dieser Woche aber nur einer von mehreren Lkw, die einen Kran brauchten. Oder eine Kettensäge: Denn den Baum, den der verunfallte Scania auf der B178 zwischen Löbau und Zittau mit sich riss, mussten die Dussa-Mitarbeiter bei der Bergung des Gemüse-Lasters zwangsläufigzerlegen.

Die Straßen seien nun einmal winterlich. Oft spielten überhöhte Geschwindigkeiten eine Rolle. Neben Unfällen im Schwerlastverkehr treffe es aber auch Pkw. Erst am Donnerstagsvormittag mussten Klaus Dussas Männer zwei Autos auf der B115 bergen. Beim Zusammenstoß mit viel Blechschaden auf Höhe der Aral-Tankstelle bei Niesky seien auch Flüssigkeiten ausgetreten. Die Straße nach einem Unfall von Öllachen und Benzin zu reinigen, sei auch eine Aufgabe, der sich Dussa mit Spezialmaschinen annimmt. Schwierig sei, wenn ein Fahrzeug richtig eingefroren ist. Denn dann fließen die Betriebsstoffe nicht mehr dahin, wo sie hinsollen. Problematisch sei der Frost derzeit vor allem für Dieselautos. Je nach Fahrzeugtyp würde der Kraftstoff ab zwölf Grad Celsius gelieren. Betroffene Pkw müssen dann in eine Fachwerkstatt geschleppt und repariert werden.

Bei einigen Fahrzeugen komme es auch vor, dass das Gaspedal oder die Bremse festfriert. Oft hätten die Fahrzeughalter den Wintercheck gespart. Zugleich rät Klaus Dussa davon ab, bei Minusgraden mit angezogener Handbremse zu parken. Je nach Parksituation sei es besser, das Auto im ersten Gang oder mit einem Keil zu bremsen.

Spannend werde aus Klaus Dussas Sicht das kommende Wochenende. Der Wetterbericht habe von Sonnabend auf Sonntag einen Temperaturwechsel mit Schnee und Regen vorhergesagt. Glatteis sei möglich. „Da ist mit Einsatz-Spitzen zu rechnen“, so der Dussa-Chef.