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Gelbe Tonne frühestens 2021

Neben Meißen fordern auch alle anderen Gemeinden im Kreis ein Ende der Säcke. Doch das Duale System stellt sich quer.

Das Warten auf die Gelbe Tonne geht zunächst weiter. Doch die Behörden können bald mehr Druck auf das Duale System ausüben.
Das Warten auf die Gelbe Tonne geht zunächst weiter. Doch die Behörden können bald mehr Druck auf das Duale System ausüben. ©  dpa

Meißen. Abholtag und eine steife Brise – wenn diese Faktoren zusammenkommen, wirbeln Joghurtbecher, Tetrapacks und Plastetüten durch die Stadt. Immer wieder haben Einwohner und Besucher diesen Zustand kritisiert, doch es tat sich nichts. 

FDP-Stadtrat Martin Bahrmann hat sich jetzt nochmals des Themas angenommen. „Ich selbst bin inzwischen dazu übergegangen, mit zwei ineinander gestopften gelben Säcken zu arbeiten, da sonst nicht garantiert ist, dass diese nicht reißen und ihren Inhalt auf der Straße verteilen“, so der Politiker. Das sei kein positiver Zustand für Meißen.

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Bahrmann interessierte deshalb, was aus einem früheren Vorstoß des Zweckverbandes Albfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) geworden ist. Dieser wollte das Duale System Deutschland, welches den Verpackungsmüll einsammelt, zu einem Zugeständnis bewegen. 

Der Verband war im Gegenzug bereit, sich an den Kosten für den neuen Service zu beteiligen. Wie steht es um diese Idee, wollte Bahrmann vom Meißner Rathaus wissen und stellte weitere Detailfragen zu dem Problem. Doch die Antwort aus der Behörde fiel negativ aus.

Wie die Verwaltung im Zuge von Recherchen beim ZAOE mitteilt, lehne es das Duale System derzeit „kategorisch ab“, die Tonne flächendeckend einzuführen. Erst wenn der aktuell laufende Ausschreibungszeitraum vorbei sei, lasse sich dies ändern, heißt es in der Antwort auf Bahrmanns Fragen aus dem Rathaus.

Dann allerdings könnten Meißen und der gesamte Landkreis unter Umständen eine neue Chance erhalten. Entweder das Duale System und der hiesige Abfallzweckverband einigten sich gütlich auf ein neues System, das heißt auf Sack oder Tonne. Oder die Verwaltung dürfe selbst festlegen, in welcher Form die mit dem Grünen Punkt gekennzeichneten Verpackungen einzusammeln seien.

Wo dabei die Prioritäten bei den meisten Rathäusern im Landkreis liegen, daran lässt die Antwort der Meißner Verwaltung und des Zweckverbandes keinen Zweifel. Darin heißt es, dem Verband sei nicht bekannt, dass einzelne Städte oder Gemeinden für ihr gesamtes Gebiet am Gelben Sack festhalten wöllten. Stattdessen werde gefordert, auf die Gelbe Tonne umzustellen. 

Der ZAOE will deshalb nach eigenem Bekunden darauf drängen, dass diese künftig in seinem gesamten Gebiet – das heißt neben Meißen auch im Landkreis Sächsischen Schweiz und Osterzgebirge – aufgestellt wird. Die dünnwandigen Plastesäcke sollen als Behältnisse nur noch in Ausnahmefällen zulässig sein.

Container brandgefährlich

Abgeraten wird seitens des ZAOE nach Auskunft des Meißner Rathauses von zentralen Sammelstellen für Säcke beziehungsweise Tonnen. Es bestehe die Gefahr, dass diese Standorte übermäßig vermüllten. 

Entsprechende Erfahrungen rühren aus der Vergangenheit her, als Papier und Pappe zentral in Container eingeworfen werden konnten. Zudem dürfe die Brandgefahr nicht unterschätzt werden. Eine Alternative bestehe darin, den Verpackungsmüll gebührenfrei in den Wertstoffhöfen des Zweckverbandes abzugeben.

Ganz so einhellig, wie es von ZAOE und Meißner Rathaus dargestellt wird, fällt die Zustimmung zur Gelben Tonne unter den Bürgern im Kreis allerdings nicht aus. Das zeigen bereits die Kommentare unter dem entsprechenden Facebookpost von FDP-Politiker Bahrmann. So fragt beispielsweise der Meißner Feuerwehrmann Jan Lutz Naumann, wer ihm den Umbau zahle, um Platz für die Gelbe Tonne zu schaffen. 

Tatsächlich war dieser Punkt bereits in der Vergangenheit angesprochen worden. Neben der Schwarzen Tonne, der Blauen Tonne und der Braunen Tonne würde noch ein vierter großer Behälter hinzugekommen. Das könnte bei zahlreichen Grundstücken die Kapazität übersteigen.