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Geld für Haltestelle und Leitungen

Vor Wackerbarth wird ein moderner Stopp gebaut, Masten und Leitungen Richtung Weinböhla kommen auch dran.

© Animation: virtual architects

Von Peter Redlich

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Großer Bahnhof am Donnerstagmorgen an der alten Straßenbahnhaltestelle vor Wackerbarth. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat Geld von der Aufbaubank mitgebracht. Die Haltestelle soll neu aufgebaut werden und künftig das Ein- und Aussteigen in beide Richtungen möglich sein. Außerdem müssen die Masten, Leitungen und Trafos für die Linie 4 Richtung Coswig und Weinböhla dringend erneuert werden.

So sieht die Haltestelle heute aus © Norbert Millauer
Martin Dulig (Mitte) mit dem Förderbescheid für die Haltestelle © Norbert Millauer

Für beide Vorhaben hat Verkehrsminister Dulig die Fördermittelbescheide über insgesamt 3,7 Millionen Euro an DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach übergeben. Damit gibt es vom Freistaat für den Nahverkehrsausbau eine Beteiligung von rund 75 Prozent. Dulig: „Ich freue mich, nach einigen Straßenbauvorhaben für die Autofahrer, jetzt wieder etwas für die Nahverkehrsförderung tun zu können.“

1,1 Millionen Euro kostet allein der Haltestellenbau. In die fehlenden rund 400 000 Euro teilen sich der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und die Stadt Radebeul.

Projektleiter Torsten Zingel von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) sagt, was gebaut werden soll: Die Haltestelle bekommt einen neuen Unterstand. Indem die Gleise etwas nach Süden verlegt werden, muss auch der Straße kein Platz genommen werden. Das Pflaster wird so angelegt und der Bord erhöht, dass künftig jeder Fahrgast barrierefrei in beide Richtungen ein- und aussteigen kann. Es wird neue Sitzgruppen geben. Die Haltestelle erhält auch eine sogenannte dynamische Anzeigetafel, an welcher die Fahrgäste die Fahrtzeiten ablesen können.

Die alte Haltestelle in landwärtiger Richtung wird abgerissen. Auf der Oststeite der künftig neuen Wackerbarthaltestelle wird es eine Fußgängerampel mit Übergang geben. Dem Grundstücksanlieger wird die Einfahrt neu gebaut, so der Projektleiter. Baubeginn für die Haltestelle soll am 14. August sein. „Ab Anfang Oktober dieses Jahres wird das Erlebnisweingut mit der Straßenbahn deutlich bequemer zu erreichen sein. Wir halten dann stadt- wie landwärts an einer schicken Haltestelle direkt vor der barocken Schloss- und Gartenanlage“, sagt Andreas Hemmersbach.

Das noch größere Bauvorhaben mit Kosten von über vier Millionen Euro betrifft die Strecke von der Stadtgrenze Radebeuls Richtung Coswig und Weinböhla. Die Masten und Leitungen sind veraltet, vier Trafos, die den Wechselstrom für die Straßenbahn auf Gleichstrom mit 600 Volt wandeln, müssen auch gewechselt werden. Die Bahnanlagen stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, sagt Anja Erhardt, DVB-Sprecherin.

Insgesamt sind es 245 Masten, die zwischen Radebeul und Weinböhla erst raus und dann neu gesetzt werden müssen. 8,7 Kilometer ist die Strecke lang. Der Projektleiter nennt zudem die Leitungen und Masten an den Ausweichstellen für die ansonsten eingleisig geführte Straßenbahnlinie 4. Diese sind am Obi, der Gerhart-Hauptmann-Straße in Radebeul; in Coswig an der Salzstraße und der Radebeuler Straße.

Mit dem Erneuern der Masten, so sieht es der Plan vor, wollen die Dresdner Verkehrsbetriebe 2018 beginnen.

Der Freistaat Sachsen stellt 2017 im Landesinvestitionsprogramm rund 130 Millionen Euro für die Förderung von ÖPNV-Investitionsmaßnahmen zur Verfügung. Die DVB erhalten in diesem Jahr insgesamt rund 22 Millionen Euro – schwerpunktmäßig für den schrittweisen barrierefreien Ausbau von Bus- und Straßenbahnhaltestellen.