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Geld für Kitas schröpft Haushalt

Bau- und Personalkosten machen einen großen Posten in diesem Jahr aus. Die Zahlungsfähigkeit leidet aber aus anderen Gründen.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

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Spannende Wettkämpfe im Stadion

Am 26. Mai weht ein Hauch von WM-Flair über den Rasen im Rudolf-Harbig-Stadion. Der Tag gehört den C-Jugend-Kickern und ihren Familien.

Thiendorf. Die Gemeinde Thiendorf hält 450 Kitaplätze einschließlich der in freier Trägerschaft vor. Und sie investiert gern in die Kindereinrichtungen – wie derzeit ins „Apfelbäumchen“ in Sacka, betonte Bürgermeister Dirk Mocker im Gemeinderat. Doch die Kosten für die Kinderbetreuung sind einer der größten Posten im diesjährigen Gemeindehaushalt, der nun erstmalig vorgestellt wurde und der Erste gemeinsame nach dem Zusammenschluss mit Tauscha ist. 1,77 Millionen Euro gibt Thiendorf voraussichtlich dieses Jahr allein für Personalkosten aus – da sind allerdings Verwaltung und Bauhof auch enthalten. Eine mögliche Tarifsteigerung von drei Prozent hat die Gemeinde eingerechnet. Weitere Mammutaufwendungen sind die Kreisumlage mit rund 1,17 Millionen Euro und die Reichensteuer von 145 000 Euro.

Straßenbau in Zschorna-Lötzschen

Dennoch wird die Gemeinde in diesem Jahr natürlich für Vorhaben Geld ausgeben können. Der Anbau an die Kita Sacka und die Sanierung der Sanitäreinrichtung sind in vollem Gange. In Stölpchen soll ein Spielplatz neu gebaut werden, dem Spielplatz Tauscha steht eine Neugestaltung bevor. Die Decklagenverstärkung von Zschorna nach Lötzschen wird im dritten Bauabschnitt vollzogen. Nach dem Brandschaden am Herrenhaus in Tauscha muss die Gemeinde Instandsetzungskosten von etwa 24 000 Euro aufbringen.

Ähnlich viel soll ins kommunale Gebäude Hauptstraße 35 in Thiendorf – den Friseur – gesteckt werden. Kosten sind auch für die Anmietung von Bauhofgeräten und die eventuelle Ersatzbeschaffung eines Unimogs für den Bauhof eingerechnet. In der Dobraer Kegelbahn ist die Erneuerung der Elektrik vorgesehen. Einen weiteren Straßenbau gibt es endlich in Tauscha-Anbau auf der S 100, wo die Gemeinde einen Anteil von 350 000 Euro für die Fußwege und 60 000 Euro für die Straßenbeleuchtung tragen muss. „Wir versuchen, Mittel aus der Ile-Förderung des Dresdner Heidebogens und die Investitionspauschale des Freistaates dafür einzusetzen“, so Bürgermeister Dirk Mocker. Die Gemeinde möchte Schulden abbauen und deshalb – nach alter Tauschaer Tradition – keine Kredite aufnehmen. Auch Steuererhöhungen sind ausgeschlossen.

Aus allen Einrichtungen wurden die Wünsche für den Haushaltsplan eingearbeitet, so die Verwaltung. Und es gibt auch einen Gesamtplan für die vergrößerte Gemeindefeuerwehr. Allerdings kommen vom Landkreis keine Fördermittel für neue Ausstattung der Kameraden mehr. „Gefördert werden derzeit nur Gerätehäuser und Fahrzeuge“, informiert Dirk Mocker. Gemeinsam mit der Wehrleitung soll nun überlegt werden, wie der Bedarf kompensiert oder ob er verschoben werden kann.

Unter Mockers Leitung hat die Verwaltung ihre Einnahmen für den Haushaltsplan „auf Nummer sicher geplant“. Gewerbesteuern wurden nun in der Höhe eingerechnet, in der sie gesichert sind. Da kann allerdings noch mehr kommen. Auch die Einnahmen aus Grundstücksverkäufen schlagen zu Buche – so vorausgesehene 185 000 Euro für das Naherholungsgebiet Zschorna. Dennoch sinken die geplanten liquiden Mittel der neuen Großgemeinde von 1,59 Millionen zu Jahresanfang auf 398 000 Euro zu Jahresende. 2017 werden es noch weniger. Das macht Gemeinderäten wie Christoph Schempp aus Tauscha und Mario Klein aus Ponickau Bauchschmerzen. Schließlich muss auch ein neuer Flächennutzungsplan für 210 000 Euro gestemmt werden. Vereine und Dorffeste sollen weiter unterstützt werden, und natürlich die Seniorenbetreuung.

Bürgermeister Mocker ist sich bewusst, dass der Haushalt absackt. Doch allzu großes Haareraufen ist nicht angebracht. Im Vorjahr hatte Thiendorf erhebliche Gewerbesteuereinnahmen. Die bestimmen dieses Jahr die Reichensteuer, von der Thiendorf eigentlich loskommen wollte. Das kann 2017 schon wieder anders aussehen. Vorerst kann der diesjährige Haushaltsplan öffentlich diskutiert werden. Am 11. Mai will ihn der Gemeinderat erst beschließen.