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Löbau

Geld für NS-Opfer-Gedenkstätte

Der Bund fördert den Erhalt des Anstaltsfriedhofs in Großschweidnitz - zwischen 1939 und 1945 Todesort Tausender Menschen.

Ein Gedenkstein erinnert an die Tausenden Opfer der "Euthanasie" in Großschweidnitz.
Ein Gedenkstein erinnert an die Tausenden Opfer der "Euthanasie" in Großschweidnitz. © Matthias Weber

Die Gedenkstätte Großschweidnitz erhält Bundesmittel, um den ehemaligen Anstaltsfriedhof erhalten zu können. Dieser erinnert an die ermordeten Patienten der Heil- und Pflegeanstalt während der NS-Zeit. Dem voraus ging ein Antrag des Vereins Gedenkstätte Großschweidnitz.

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Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch freut sich über die Zusage. "Neben dem Fördergeld erhält der Verein eine Wertschätzung für seine wichtige Gedenkstättenarbeit", sagt sie. Nicht nur am bevorstehenden Totensonntag müsse den Verbrechen in den Pflege- und Heilstätten während des Nationalsozialismus gedacht werden. "Einrichtungen wie in Großschweidnitz mahnen in besonderer Weise, dass sich solche Geschehnisse nicht wiederholen dürfen."

Dauerausstellung ist geplant

Der Anstaltsfriedhof Großschweidnitz war in der NS-Zeit der Todesort für psychiatrische und behinderte Patienten, die als "lebensunwert" galten. Wen Ärzte und Schwestern bei der Aufnahme  als störend, unruhig oder pflegeaufwendig einschätzten, der verstarb meist innerhalb eines halben Jahres – durch systematische Unterernährung und Mangelversorgung oder durch tödlich dosierte Medikamente. Noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges kamen so Menschen zu Tode.

Der Verein engagiert sich seit Jahren für den Erhalt, die Sanierung und die Erweiterung des Friedhofs und der dort befindlichen Gebäude. Aufgrund der geschichtlichen und sozialen Bedeutung der Einrichtung ist diese auch ein besonderer Bestandteil der Sächsischen Gedenkstätten.

Seit 2017 liegt erstmals eine komplette Opferdatenbank der ehemaligen Landesanstalt Großschweidnitz vor. Demnach können die insgesamt 3.584 Personen namentlich benannt werden, die in der Zeit von September 1939 bis März 1945 verstorben sind - und in der Anstalt im Rahmen der Krankenmorde zu Tode kamen. Den Aufbau der Opferdatenbank gefördert hat das Sächsische Sozialministerium. Zudem will der Verein das Gedenken durch den Aufbau einer Dauerausstellung unterstützen.

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